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Lars Lund

15 Sep 2021 11:20

Helfen Sie dem Igel über den Winter

Helfen Sie dem Igel über den Winter und er wird sich revanchieren, indem er sich um die Nacktschnecken im Garten kümmert.

Igel brauchen bei der Wahl ihres Winterdomizils keinen Ausblick auf das Meer oder ein Bergpanorama. Ein Komposthaufen und eine Holzpalette sind ein hervorragendes Nest für das kleine Tier, das zu dieser Jahreszeit auf der Suche nach einem Ort, wo es seinen Winterschlaf halten kann.

Als Igelbehausung kann eine trockene Höhle unter einem Holzbrett oder eine kleine, umgedrehte Kiste dienen. Auch eine Holzpalette mit Komposthaufen eignet sich wunderbar. Der Igel muss die Möglichkeit haben unter den Komposthaufen kriechen zu können. Es ist eine gute Idee ein Schild aufzustellen, sodass man den kleinen Gartenbewohner im Frühling nicht vergessen hat und aus Versehen beginnt den Komposthaufen mit einem Spaten zu bearbeiten. Ebenso sollte man im Frühjahr Laubhaufen und dergleichen auf schlafende Igel überprüfen.

Indem man Unkraut, Äste und welke Blätter in den entlegeneren und schattigeren Ecken des Gartens sammelt, schafft man gute Lebensbedingungen für Schnecken, Würmer und Insekten, von denen sich der Igel ernährt.

Wichtig ist auch, dass es im Garten Wasser gibt, damit der Igel etwas zu trinken hat, z.B. in Form eines niedrigen Vogelbades. Wenn man einen Gartenteich hat, sollte man aus einem einfachen Brett eine kleine Rampe für den Igel bauen, sodass durstige Igel aus dem Teich klettern können, falls sie beim Trinken hineinfallen.

Für eine etwas aufwendigere Igelbehausung kann man sich in Gärtnereien und Baumärkten umschauen. Dort gibt es verschiedene fertige Igelnester zu kaufen, die man Jahr für Jahr wieder verwenden kann.

 

Fakten über den Igel

Igel gehören zur Gattung der Erinaceus und damit zur ältesten Säugetiergattung der Erde. Bereits vor mindestens 15 Millionen Jahren lebten Igel, die dem heutigen Igel ähnlich sind. Daher sind Igel gut darin, ihr überleben zu sichern und sich neuen Umgebungen anzupassen.

Igel können sich zu lebenden Nadelkissen zusammenrollen und haben etwa 6.000 Stacheln. Diese Stacheln sind Haare, die sich in eine spitze Verteidigungswaffe verwandelt haben und Angreifer abschrecken. Igel sind nachtaktiv und halten im Winter 5 - 6 Monate Winterschlaf, ohne zu fressen! Im Sommer und Herbst frisst sich der Igel eine dicke Fettschicht an, von der er von November bis April leben kann.

Winterschlaf ist kein gewöhnlicher Schlaf. Winterschlaf soll Energie sparen, damit die angefressene Fettschicht die gesamten Wintermonate ausreicht. Daher senkt der Igel seine Körpertemperatur, so dass diese nur knapp über der Temperatur der Umgebung liegt, solange es keinen Frost gibt. Wenn es draußen friert, hält der Igel seine Körpertemperatur bei 2 - 4 Grad.

Während des Winterschlafs verlangsamt sich auch der Herzschlag, so dass das Igel-Herz nur 6-15 Mal pro Minute schlägt. Dabei atmet der Igel auch kaum. Igel können über eine Stunde die Luft anhalten. Danach atmen sie 4 Minuten lang und machen dann eine weitere Stunde Pause. Manchmal kommt es vor, dass Igel aus ihrem Winterschlaf aufwachen und sich ein bisschen die Beine vertreten. In der Regel schlafen sie jedoch wieder ein und setzen ihren Winterschlaf fort.

Abgesehen vom Igel gibt es hier zu Lande nur wenige Säugetiere die Winterschlaft halten, darunter sind z.B. Fledermäuse, die Birkenmaus und die Haselmaus.

 

Quelle: „Skoven i skolen“

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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