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Lars Lund

08 Sep 2020 15:32

Wenn sich eine Solaranlage nicht lohnt, nutzen Sie stattdessen das Regenwasser

Regenwasser kann im Gewächshaus, im Garten, in der Waschmaschine und zur Toilettenspülung verwendet werden.

 

Im Sommer gibt es immer häufiger starke Niederschläge, und daran müssen wir uns gewöhnen, sagen die Meteorologen. Aus diesem Grund lohnt es sich, die Möglichkeiten, die das Regenwasser bietet zu nutzen, anstatt sich über die großen Wassermengen zu ärgern, denn daran können wir sowieso nichts ändern.

 

 

Regenwasser kann für die Waschmaschine und die Toilettenspülung, sowie im Garten zur Bewässerung oder Gestaltung verwendet werden. Eine Toilettenspülung kostet ca. 13 Cent pro Spülgang, und das rechnet sich bei einer vierköpfigen Familie schnell hoch. Eine Wäsche kostet ca.  26 Cent, also gibt es auch hier Geld zu sparen. Eine vollwertige Regenwasseranlage kostet mit einem 5.000 Liter Tank im Boden ungefähr 5500 Euro. Sie können sich also ausrechen, ob es sich in Ihrer Familie lohnt, das Regenwasser zu nutzen. Die meisten Familien können durch den reduzierten Verbrauch von Leitungswasser eine Regenwasseranlage innerhalb von 8 Jahren „abbezahlen“.

 

Passen Sie auf die Tomaten auf

Im Garten kann man problemlos ein paar Tausend Liter Wasser für die Bewässerung verwenden. Hierfür lohn es sich auf jeden Fall das Regenwasser zu sammeln. Im Gewächshaus ist es fast ein Muss, aber man sollte sich bewusst sein, dass Tomaten zu viel davon nicht vertragen und unter Calciummangel leiden, wenn sie ausschließlich mit Regenwasser gegossen werden.  Wenn die Tomaten unter Calciummangel leiden, kann man das Problem ganz einfach beheben, indem man sie abwechselnd auch mit Leitungswasser gießt. Das Problem ist am Größten, wenn die Tomaten in geschlossenen Gefäßen wachsen.

 

 

Gestalten Sie den Garten mit einem „Wasserbeet“

Ein „Wasserbeet“ ist im Prinzip nur eine Vertiefung im Garten, in der sich Regenwasser ansammelt und dann langsam in den Boden versickert. Lulu Jacobsen hat mehrere Jahre mit Regenwasserproblemen gearbeitet. Sie schlägt vor so ein „Wasserbeet“ mit Gras, Blumen oder Sträuchern zu bepflanzen. Darüber hinaus kann man die Vertiefung mit schönen Steinen oder anderen wasserdurchlässigen Materialien dekorieren.

Es ist eine gute Idee, das „Wasserbeet“ mit einer Rigole oder einem Überlauf zum Abwasser zu verbinden, damit überschüssiges Regenwasser abgeführt wird. Eine Rigole ist auch eine Lösung, um das Wasser aufzufangen, aber nicht ganz so anschaulich wie ein „Wasserbeet“. Eine Rigole ist ein unterirdischer Kiesspeicher, in dem das Regenwasser gesammelt und dann langsam in das Erdreich abgegeben wird.

 

Bepflanzen Sie Ihr Dach

Als weitere Regenwasserlösung schlägt Lulu Jacobsen vor, das Dach des Hauses, der Garage oder des Gartenschuppens zu bepflanzen.

„Dächer mit Moosen, verschiedenen Dickblattgewächsen, Gräsern und anderen Pflanzen sind sowohl schön als auch umweltfreundlich, und reduzieren das Regenwasser vom Dach um etwa die Hälfte“, sagt Lulu Jacobsen.

Ein bepflanztes Dach hält ca. 50 Jahre und ist weitgehend wartungsfrei. Einige Hersteller bieten vorgefertigte Matten mit dürreresistenten Pflanzen an, die sich leicht auf einem bereits vorhandenen Dach anbringen lassen.

 

 

Das Regenwasser vom Dach

Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Regenwasser vom Dach in Regentonnen oder in größeren Tanks zu sammeln. Das Regenwasser kann ebenfalls zur Gartenbewässerung, zum Autowaschen und dergleichen verwendet werden und man spart das teure Leitungswasser.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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