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Lars Lund

15 Sep 2021 09:55

Erfolg mit dem Saatgut

Der erste Schritt zum Erfolg ist gute Erde und viel Licht.

Kleine Keime mögen keinen gedüngten Boden, der ist viel zu intensiv. Die Erde aus dem Garten ist mit Bakterien und Pilzen gefüllt und kann ebenfalls Schaden anrichten, wenn sie ins Gewächshaus kommt. Am besten eignet sich ein steriler Boden. Dieser kann fertig als Anzucht- und Aussaaterde gekauft werden. Im Notfall kann man sie auch selber herstellen, indem man Gartenerde, ein wenig Sand und Blattmulch vermischt und im Ofen auf über 100 Grad erhitzt.

Die Töpfe

Als erstes benötigt man Behälter für die Erde. Dafür kann man aus Zeitungspapier oder Packpapier Töpfe falten oder Saatschalen aus Kunststoff kaufen. Die letzteren verfügen meist über Löcher im Bode, sodass überschüssiges Wasser ablaufen kann. Man kann auch andere Töpfe verwenden oder Joghurtbecher oder ähnliches recyceln und die Abflusslöcher mit einer Gabel selbst in den Boden stechen. Viele Obst- und Gemüseverpackungen aus dem Supermarkt bestehen ebenfalls aus Plastik und haben einen Deckel – daraus lässt sich wunderbar ein Mini-Gewächshaus zaubern. 

Wichtig: Die Töpfe sollten immer mit warmem Wasser und Seife gereinigt werden.

Ich selbst benutze ein wenig von allem, bin aber besonders zufrieden mit der Pflanzschale von Nelson Garden. Dabei handelt es sich um eine Art Mini-Gewächshaus mit Platz für 49 Pflanzen und einem intelligenten Bewässerungssystem, sodass man von unten gießen kann, und einem Deckel, der zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Luftfeuchtigkeit beiträgt. Der große Vorteil ist auch, dass die Töpfe von so guter Qualität sind, dass sie immer wiederverwendet werden können und sogar dem Geschirrspüler standhalten.

 

Der Saatgutbeutel enthält wichtige Informationen

Falls man größere Töpfe verwendet oder die Töpfe keine Löcher haben, sodass das überschüssige Wasser ablaufen kann, kann man Tongranulat oder saubere Kieselsteine in die Töpfe geben, bevor man sie mit Erde befüllt. Es kommt oft vor, dass die Samen zu faulen beginnen, weil sie zu feucht sind. Man füllt die Erde in die Töpfe und drückt sich leicht fest. Dann gießt man die Erde und lässt das Wasser über Nacht abtropfen.

Auf dem Saatgutbeuel findet man wichtige Informationen dazu, wie man die jeweiligen Samen aussäen muss und was man beachten sollte. Einige Samen sollten nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht nach unten gedrückt werden, damit sie Bodenkontakt haben. Andere Samen sollten nur leicht mit Sand bestreut werden. Einige Samen sind so klein, dass sie aneinanderhaften. Diese können mit etwas weißem Sand vermischt werden, damit sich die Samen trennen, sodass es einfacher ist die einzelnen Samen zu identifizieren. Besonders bei größeren Samen sollte man einen Samen, maximal zwei, pro Topf einpflanzen. In diesem Falle ist es von Vorteil, einen Papiertopf oder einen Topf aus abbaubarem Material zu verwenden, damit man den Topf später direkt auspflanzen kann, ohne die Pflanze aus dem Topf nehmen zu müssen.

 

Die Feuchtigkeit erhalten

Nach der Aussaat sollten die Töpfe mit einem Stück durchsichtigem Kunststoff oder einer Glasplatte abgedeckt werden. So bleibt der Boden feucht, bis die Samen zu keimen beginnen. Wenn die Samen zu Keimen beginnen, kann man die Abdeckung nach und nach entfernen. Die Keimzeit variiert von Sorte zu Sorte und auch von Samen zu Samen. In der Regel beträgt sie jedoch eine Woche bis 14 Tage. Es ist wichtig, dass die Temperaturen dabei zwischen 18 und 25 Grad liegen, da sonst leicht Krankheiten auftreten können. Sobald die Pflanzen keimen, können sie um einige Grad kühler platziert werden.

Viel Licht

Das größte Problem besteht darin, dem Saatgut ausreichend Licht zur Verfügung zu stellen. In der Regel wird zusätzliches, künstliches Licht benötigt. Mittlerweile gibt es verschiedene Glühbirnen und Leuchten zu kaufen, die speziell für das Wachstum von Pflanzen entwickelt wurden und dessen Licht die richtige Farbzusammensetzung hat. Je nach Anzahl der Saatschalen sollte man mehrere Glühbirnen nebeneinander anbringen, sodass für alle Pflanzen genügend Licht zur Verfügung steht. Diese Glühbirnen sollten den Tag mit 5-6 Stunden Licht verlängern.  Verwendet man ausschließlich künstliches Licht, sollten die Pflanzen zwischen 14 und 18 Stunden Licht am Tag bekommen. Der Abstand zwischen Licht und Pflanzen sollte ca. 30 und 50 cm betragen.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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