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Lars Lund

08 Sep 2020 15:32

Den richtigen Zeitpunkt abpassen

Ab wann kann man die Pflanzen ruhigen Gewissens ins Gewächshaus pflanzen?

 

Tückische Frostnächte

Oha! Im Jahre 2013 war der Mai besonders kalt. In der Nacht vom 1. Auf den 2. Mai gab es an manchen Orten bis zu 5 Grad minus. In Dänemark war das die die kälteste Mainacht in 22 Jahren.

Frost ist etwas, das unseren Gewächshauspflanzen gar nicht bekommt, doch bereits im Mai sind viele versucht ihre Tomaten, Gurken und Paprikapflanzen ins Gewächshaus zu pflanzen.

 

Gestern hörte ich im Radio von einer Dame, die alle ihre Pflanzen wegen Frost verloren hatte. Denken Sie an all die Zeit, die sie mit Vorkeimen, Gießen und Pflege verbracht hat, nur um all das in einer einzigen Nacht wieder zu verlieren.

 

Bereits Anfang April kann man Tomatenpflanzen kaufen. Da ist es schwierig der Versuchung zu wiederstehen, sie direkt ins Gewächshaus zu pflanzen. Ich habe verschiedene Gärtnereien gefragt, weshalb sie Pflanzen, wie Tomaten, bereits so früh verkaufen, wenn sie doch wissen, dass diese zusätzliche Wärme benötigen. Die Antwort lautet immer: „Weil andere Gärtnereien sie ebenfalls verkaufen und eine Nachfrage von Seiten der Kunden besteht.“ 

Was wäre, wenn die Gärtnereien stattdessen schreiben würden: „Kaufen Sie schon jetzt ihre Tomatenpflanzen, und wir pflegen sie, bis sie bereit sind zum Auspflanzen.“

 

Der Verbraucher hat Angst davor, dass im Mai alle Pflanzen ausverkauft sind. Doch das sind sie nicht. Lediglich besondere Sorten oder Spezialsamen können später schwieriger zu beschaffen sein, deshalb sollte man diese lieber frühzeitig kaufen.  Die meisten vorgekeimten Pflanzen für das Gewächshaus gehören jedoch zur Standardware und sind somit auch im Mai in allen Gärtnereien und Gartencentern zu kaufen.

 

Der richtige Zeitpunkt

Um den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, um die Pflanzen in die Erde zu setzen, braucht man ein Bodenthermometer. So eins sollten man anschaffen.

 

 

Wenn es um Tomaten geht, sollte die Bodentemperatur sowohl am Tage als auch in der Nacht mindestens 14 Grad betragen. Das ist in den meisten Gewächshäusern ab dem 1. Mai der Fall. Im Jahre 2013, war es jedoch kälter: am Tag war es zwar warm genug, doch in der Nacht gab es trotzdem Frost.

Gurken benötigen eine noch wärmere Bodentemperatur. Hier sollte die Temperatur mindestens 17-18 Grad betragen, vorzugsweise sogar 23 Grad. Das ist häufig am 1. Juni der Fall.

Paprika und Chili sollten am Besten in Töpfe gepflanzt werden. Diese Pflanzen bekommen leicht Läuse, und so kann man befallene Pflanzen von anderen isolieren und außerhalb des Gewächshauses mit einer Läuse- Kur behandeln. Wenn sich die Pflanzen in Töpfen befinden, kann man sie auch einfach am Abend mit ins Haus nehmen, und am Tag wieder ins Gewächshaus stellen. Auch hier liegt die optimale Bodentemperatur bei über 17 Grad und man sollte dafür sorgen, dass Chilipflanzen an einem hellen Ort stehen und viel Platz haben.

 

Kälteschutz

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Pflanzen vor kalten Nächten zu schützen. Hat man Luftpolsterfolie von der Gewächshausverpackung übrig, kann diese jetzt wunderbar als Isolierung über die Pflanzen gelegt werden.

 

 

Ein Abdeckvlies ist ebenfalls ein guter Schutz gegen den Frost. Darüber hinaus kann man sich ein kleines Gewächshaus anschaffen, das man in das Gewächshaus stellt. In diesem verkleinerten Raum ist es einfacher Wärme aufzubauen. Und zu guter Letzt kann man sich eine zusätzliche Wärmequelle anschaffen. Hier kann man sich z.B. kleine Petroleumöfen anschaffen - die eigenen sich wunderbar, um der Kälte und dem Frost entgegenzuwirken.

 

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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