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Drivhusklubben

08 Sep 2020 15:32

Hühner Im Garten

Von Birgitte Hasholt, Gartenenthusiastin und Bloggerin

 

Sonnenschein, Luft, Schatten und Schutz sind neben frischem Wasser und gutem Futter Goldwert für Hühner. All das ist in einem Garten zu finden. Das Gartenleben passt also perfekt zu einer kleinen Hühnerschar und sobald die Hühner eingezogen sind, versorgen sie einen mit gesunden Eiern für die Küche und Hühnermist, der die Beete zum Blühen bringen.

 

Trocken und dicht

Hühner können sowohl in der Stadt als auch auf dem Land gehalten werden. Es ist wichtig, dass der Hühnerstall frei von Feuchtigkeit und Zugluft ist. Gleichzeitig braucht man sich keine Sorgen, um zu große Hitze zu machen. Hühner können außerdem Temperaturen bis zu -20 Grad standhalten und daher auch in einem Stall leben, der nicht isoliert ist. Der Hühnerstall kann aus Holz gebaut oder gemauert werden - vielleicht hat man auch bereits einen Schuppen oder ähnliches auf dem Grundstück, der in einen Hühnerstall verwandelt werden kann.

 

Licht in der Dunkelheit

Es ist von Vorteil Licht im Hühnerstall zu installieren. Auf der einen Seite ist es natürlich praktisch Licht zu haben, wenn man früh morgens oder nach Einbruch der Dunkelheit zu den Hühnern geht. Auf der anderen Seite ist das Licht eine Voraussetzung dafür, dass die Hühner auch im Winter Eier legen. Hühner benötigen mindestens acht Stunden Licht am Tag, damit sie genug fressen können und so genug Energie zum Eierlegen vorhanden ist. Wenn man eine Winterpause vermeiden möchte, sollte man versuchen die fehlenden Stunden Licht mit einer Glühbirne an der Decke auszugleichen. Mit einer Zeitschaltuhr lässt es sich ganz einfach einrichten, dass sich das ganze Jahr über Eier in den Nestern befinden. Ein letzter Vorteil von Strom im Hühnerstall besteht darin, dass man mit einem kleinen Boiler das Trinkwasser der Hühner auch bei Minustemperaturen frostfrei halten kann.

 

 

 

Frische Luft

Die Hühner sollten in der Lage sein vom Stall ins Freie zu gelangen. Hühner brauchen die Möglichkeit im Boden zu scharren und sich in Sand und Staub zu wälzen, um ihr Gefieder zu reinigen. Jedes Huhn sollte mindestens einen Quadratmeter außerhalb des Hühnerstalles zu Verfügung haben. Den Hühnern mehr Platz zu geben oder sie frei im Garten herumlaufen zu lassen, macht sie nur noch glücklicher. Im Stall können die Hühner mit jeweils etwas weniger als einem Quadratmeter auskommen. Man sollte jedoch daran denken eine Stange auf ca. 50 – 70cm Höhe zu montieren, auf der die Hühner sitzen können, wenn sie sich ausruhen.

 

 

Kleine oder große Hühner

Es gibt zahlreiche Hühnerrassen – welche davon man für den eigenen Garten wählt, hängt von den individuellen Ansprüchen ab. Kleine und leichte Rassen können in der Regel fliegen, während mittlere und größere Rassen dazu nicht in der Lage sind. Entscheidet man sich für Hühner, die fliegen können, benötigt man einen überdachten Stall, wenn sie nicht herausfliegen sollen. Ein Hühnerstall, der sowohl mit Drahtgeflecht bedeckt ist als auch über ein in 30 cm Tiefe eingegrabenes Drahtgeflecht verfügt, bietet zusätzlichen Schutz gegen Marder, Füchse, Ratten und Greifvögel. Denn es kann fatale Folgen haben, wenn diese Raubtiere zu Besuch kommen und in den Stall gelangen.

 

Kleine Hühnerrassen legen mehr Eier als die großen und schwereren Rassen. Die großen Rassen wurden nämlich zum Verzehr gezüchtet. Dafür eignen sich mittelgroße und schwere Hühnerrassen besonders gut als gesellige Begleiter im Garten, weil sie leicht handzahm werden. Außerdem kratzen die großen Hühner weniger in den Beeten als die energetischen kleinen Hühnerrassen. Die meisten Hühnerrassen sind auch als Zwergrassen erhältlich. Zwerghennen sind ausgezeichnete Gartenhennen, besonders wenn der Garten klein ist.

 

Der Naturkreislauf im Garten

Hühner reduzieren Lebensmittelverschwendung, weil sie Küchenabfälle essen - zum Beispiel Brotreste, gekochten Reis und Nudeln. Diese Essensreste dürfen natürlich in keiner Weise verschimmelt sein. Hühner freuen sich ebenso über frisch gemähtes Gras, Unkraut, Möhrenkraut, Rote-Bete-Blätter, Salat- und Kohlblätter, die nicht auf dem Esstisch landen sollen, und alles, was sonst noch bei der Gartenarbeit übrigbleibt. Diese grünen und gesunden Reste werden im Hühnerstall gegessen und in Eier verwandelt und nicht zuletzt in Dünger: Hühnermist in den Beeten führt zu einem üppigen Garten. Auf diese Weise sind Hühner Teil des Naturkreislaufs, und die Eier schmecken besser, weil die Hühner gesundes und abwechslungsreiches Futter erhalten.

 

Als Grundfutter erhalten Hühner Legemehl und Getreide. Der absolute Favorit der Hühner ist Weizen, aber sie essen auch Hafer und Gerste. Außerdem brauchen sie Zugang zu Muschelkalk, Kieselsteinen und Sand. Den zusätzlichen Kalk benötigen sie für die Eierschalen und die Kieselsteine und den Sand, um ihre Verdauung zu unterstützen.

 

Nützlicher Mist

Auch ein Hühnerstall sollte ab und an sauber gemacht werden. Für den Boden des Stalls eignet sich Einstreu in Form von Holzspänen oder Kies besonders gut – der Mist lässt sich einfach zusammenzuschaufeln, wenn der Boden mit Kies bedeckt ist und Holzspäne lassen sich leicht ausmisten und halten den Boden trocken.

 

 

 

Hühnermist kommt dem Kompostbehälter zugute, wo er den Umsatz fördert, und eignet sich wunderbar zum Düngen. Rosen lieben Hühnermist, aber egal, wo man den Mist im Garten verwendet, sollte er sorgfältig dosiert werden. Hühnermist ist ein starker, sehr stickstoffhaltiger Dünger, der vorzugsweise einige Monate stehen gelassen werden sollte, bevor er im Garten verteilt wird. Außerdem sollte man nicht mehr als etwa 1 Kilo pro Quadratmeter verwenden, und der Dünger sollte in den Boden eingemischt werden, damit der Stickstoff nicht verdunstet und das Gemüse, das roh verzehrt werden soll, nicht kontaminiert wird. Man kann den Hühnermist auch auflösen und den flüssigen Dünger in Beeten oder Töpfen verteilen – dabei sollte man beachten die Blätter der Pflanzen zu verschonen.

 

Küken

Eine Hühnermutter, die mit ihren Küken durch den Garten spaziert, ist eines der süßesten Dinge, die man erleben kann. Natürlich kann ein eigener Hahn der Ursprung der kleinen Küken sein. Ansonsten gibt es die Möglichkeit Bruteier auf einer Hühnerfarm zu kaufen und diese unter eine Glucke zu legen. Es dauert ungefähr 21 Tage, bis eine Henne die Eier ausgebrütet hat. Dies sollte vorzugsweise an einem ungestörten Ort passieren, ein wenig abgeschieden vom Rest der Schar. Alternativ kann man auch einen Tag alte Küken vorsichtig unter die Glucke im Nest setzen. Tut man dies am Abend, wenn es dunkel geworden ist, heißt die Henne die Kleinen liebevoll willkommen.

 

Regeln für Hobbyhühner

Je nachdem wo man wohnt, kann es in Bezug auf die Hühnerhaltung Regeln und Vorschriften geben, die eingehalten werden müssen. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an die Gemeinde. Hat man Nachbarn in der Nähe ist es immer eine gute Idee sie darüber zu informieren, dass man beabsichtigt, sich Hühner anzuschaffen. Auf dem Land kann man in jedem Fall Hähne halten, in städtischen Gebieten ist dies aber möglicherweise verboten.

 

 

Birgitte Hasholt ist Dozentin, Autorin und Gartenliebhaberin. Lesen Sie mehr unter: www.birgittehasholt.dk (Diese Seite ist derzeit ausschließlich auf dänisch Verfügbar).