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Lars Lund

08 Sep 2020 15:31

Eine scharfe Sache

Nicht nur Chili ist eine scharfe Sache

 

 

Es gibt so einige scharfe Gewächse, wie zum Beispiel Chili, die einem den Mund in Flammen aufgehen lassen. Eine weniger bekannte Pflanze in diese Kategorie ist der japanische Wasserpfeffer, auch Polygonum hydropipe var. fastigiatum genannt. Der Wasserpfeffer stammt ursprünglich gar nicht aus Japan, sondern aus Afrika, wo er in sumpfigen Gebieten wächst. Der Name japanischer Wasserpfeffer lässt sich wohl auf die häufige Verwendung in Sushi-Gerichten zurückführen. Die Pflanze kommt in verschiedenen Varianten vor und hat deshalb auch mehrere Namen. Vietnamesischer Koriander ist beispielsweise eine zweijährige Staude, die nach Koriander riecht.

 

Im Frühjahr habe ich so einen japanischen Wasserpfeffer gekauft und ihn direkt in mein kuschelig warmes Gewächshaus gepflanzt. Wasserpfeffer ist eine einjährige Pflanze und benötigt viel Wasser. Deshalb gedeiht der Wasserpfeffer auch wunderbar, wenn er neben einen Gartenteich gepflanzt wird. Dort hält er auch den ganzen Sommer über. Mit genügend Wasser, wird die Pflanze circa einen Meter groß.

 

Der Geschmack ist einzigartig. Zugegeben, ich bin kein Fan von scharfem Essen. Ich baue Chili gerne an, überlasse das Essen des Chilis aber genauso gerne anderen.

 

Dennoch war es an der Zeit, dass ich ein Blatt des Wasserpfeffers probiere. Der Wasserpfeffer ist scharf, sehr scharf. Zunächst schmeckt er bitter, aber nach ein paar Sekunden verwandelt sich der Geschmack in etwas, das an mit Chili gemischten Pfeffer erinnert. Ich konnte eine Minute lang nicht sprechen, was viel über die Kraft des Blattes aussagt. Nachdem die ätherischen Öle des Blattes aus dem Mundraum gespült waren, war auch der Geschmack wieder weg. Trotz meiner Phobie vor scharfem Essen, bin ich der Meinung, dass der japanische Wasserpfeffer sehr interessant schmeckt, und könnte ihn mir gut in Salaten oder in gekochten Gerichten vorstellen. Natürlich wird die Pflanze auch in der Medizin eingesetzt. Wasserpfefferextrakt soll besonders gut gegen Durchfall wirken. Und auch im Garten kann er verwendet werden – nämlich um Insekten fernzuhalten.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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