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Lars Lund

08 Sep 2020 15:31

Stellen Sie Ihren eigenen Dünger her

SELBSTGEMACHTER DÜNGER

Leider gibt es keine Bücher, die klar beschreiben, was ein hausgemachter Dünger beinhaltet. Das liegt wohl daran, dass er selbstgemacht ist. Viele verwenden beispielsweise Brennnesseldünger, ohne genau zu wissen, woraus er besteht. Die Informationen, die zu finden sind, sind häufig aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen und daher schwer nachzuvollziehen. Oft kann man zum Beispiel lesen, dass Brennnesseln viel Eisen enthalten, aber es gibt keine Fakten, die dies belegen. Die praktische Anwendung von Brennnesseldünger zeigt jedoch, dass er seinen Zweck erfüllt und die Pflanzen im Garten beim Wachstum unterstützt.


EIN ECHTER TEST

Zum Glück gibt es auch verlässliche Quellen im Düngerdschungel. Die schwedische Landwirtschaftsuniversität „SLU“ hat in Zusammenarbeit mit der größten Gartenbauorganisation in Schweden, „Riksförbundet Svensk Trädgérd“, den hausgemachten Dünger analysiert, um zu untersuchen, ob er auch wirklich das beinhaltet was die Pflanzen benötigen.

Die Untersuchung bestätigt, was Bio-Gärtner bereits wussten: der Brennnesseldünger funktioniert ausgezeichnet. Grund dafür ist, dass der Brennnesseldünger Stickstoff enthält. Wie viel Stickstoff die Brennnesseln genau enthalten, hängt jedoch davon ab, wann die Brennnesseln geerntet werden.

Im Frühsommer enthalten Brennnesseln am meisten Stickstoff. Der Brennnesseldünger, der für die Untersuchung verwendet wurde, wurde aus einem Kilo Brennnesseln und 10 Litern Wasser hergestellt. Die Analyse ergab, dass der Brennnesseldünger 92mg Stickstoff pro Liter enthielt, wenn die Brennnesseln am 11. Juni geerntet wurden, und nur 8,4mg Stickstoff pro Liter, wenn die Brennnesseln am 31. Juli geerntet wurden.

 

 

DIE STICKSTOFFKONZENTRATION

Düngemittel, das vor Juli hergestellt wurde, enthält eine relativ hohe Stickstoffkonzentration - höher als die Pflanzen in der Regel benötigen. Deshalb sollte man das Düngemittel im Verhältnis 50:50 mit Wasser verdünnen.

Düngemittel, das Ende Juli hegestellt wurde, hat einen relativ geringen Stickstoffgehalt, und ist besser geeignet, da die Pflanzen zu dieser Zeit weniger Stickstoff benötigen.

Der Gehalt von anderen wichtigen Substanzen, wie Kalium und Kalzium, ist relativ hoch, jedoch nicht so hoch, dass die Pflanzen aus dem Gleichgewicht geraten. Die Menge an Mangan, Eisen und Bor ist gering, was jedoch keine große Bedeutung hat, da diese Stoffe bereits im Boden vorhanden sind.  

Neben Brennnesseldünger wurden auch Dünger aus Wallwurz, Schachtelhalm und anderen Unkräutern analysiert. Die Untersuchung hat ergeben, dass auch diese Dünger die Stoffe enthalten, die die Pflanzen benötigen.



DIE RICHTIGE DOSIERUNG

Die Dosierung hängt davon ab, ob man Brennnesseldünger oder Dünger aus anderen Pflanzen verwendet. Verwendet man Brennnesseldünger aus der frühsommerlichen Ernte, sollte er verdünnt werden. Pro Quadratmeter sollte man mit 1,5 Litern in der Woche gießen. Verwendet man andere Pflanzenextrakte, sollte man 8 Liter pro Quadratmeter verwenden.

Eine gute Kombination ist es zu Beginn des Sommers 1,5 Liter des Brennnesseldüngers und im Spätsommer 8 Liter des Schachtelhalmdüngers in der Woche zu verwenden. Dabei ist das Risiko der Überdüngung gering.  Das Prinzip hier lautet: wenig, aber öfter.

Darüber hinaus kann man sehen, ob die Pflanzen Stickstoff benötigen. Wenn die Blätter der Pflanze ihre Farbe verändern (oft werden sie heller), ist die Menge an Stickstoff zu gering und man sollte häufiger düngen. Außerdem wird empfohlen, den Dünger so frisch wie möglich zu verwenden, da er durch zu langes stehen verunreinigt werden kann. Dies gilt besonders beim Düngen von Obst, Gemüse und Pflanzen, die zum Verzehr geeignet sind.

 

SO STELLEN SIE IHREN EIGENEN DÜNGER HER:

Brennnesseln als Dünger

Zur Herstellung von Brennnesseldünger mischt man ein Kilo Brennnesseln mit 10 Litern Wasser. Schneiden Sie die Brennnesseln in kleine Stücke und sortieren Sie die Samen der Pflanze aus.

Legen Sie die Brennnesseln in eine Wanne oder ein Fass, gerne aus Kunststoff oder Keramik. Das Gefäß sollte nicht aus Metall sein, da es sonst zu einem unglücklichen chemischen Prozess kommen kann. Da die Brennnesseln gären und sich Schaum an der Oberfläche bilden wird, wählen Sie ein Gefäß, in dem genug Platz ist.

Stellen Sie das Gefäß an einen sonnigen Platz und rühren Sie die Mischung einmal täglich gut durch. Es riecht nicht besonders gut, aber nach drei Wochen ist die Mischung dunkel und einsatzbereit. Gießen Sie die Mischung durch ein Sieb, sodass Pflanzenreste und Flüssigkeit voneinander getrennt werden. Die Flüssigkeit sollte vor der Anwendung im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt werden. Wenn Sie einen Jutebeutel haben, können Sie die Brennnesseln auch dort hineinlegen, sodass Sie die Mischung später nicht mehr sieben müssen.

 

Tiermist als Dünger

Sie können auch einen guten Dünger aus Hühnermist, Kaninchenmist, Schafsmist oder Kuhmist herstellen. Füllen Sie den Mist in einen Sack, der Wasser aufnehmen kann, und legen Sie den Sack in ein Fass mit Wasser. Lassen Sie die Mischung für drei Wochen stehen und verdünnen Sie den Dünger im Verhältnis 1:20 mit Wasser. Wenn sich noch Überreste des Mists im Sack befinden, können Sie diese einfach auf den Kompost werfen.

 

Kaffeesatz als Dünger

Kaffee schmeckt gut, aber der Kaffeesatz wird meistens einfach weggeworfen. Das ist schade, denn Kaffeesatz enthält Stickstoff, Phosphor, Kalium und andere Mineralien. Kaffeesatz kann als Hausmittel eingesetzt werden, um Ungeziefer von Rosen fernzuhalten. Je gesünder die Rosen sind, desto besser können sie sich gegen Läuse behaupten.  Verwenden Sie den Kaffeesatz ganz einfach in Ihrem Gewächshaus oder Garten, indem Sie ihn locker über den Boden verstreuen und leicht in den Boden arbeiten. Kaffeesatz sollte jedoch in Maßen verwendet werden, das heißt circa viermal im Jahr.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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