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Lars Lund

13 Sep 2021 13:02

Anzucht- und Aussaaterde – das gilt es zu beachten

Um optimal zu gedeihen, sollte das oft teure Saatgut in die richtige Erde gesät werden.

Der Frühling steht vor der Tür und es ist Zeit die ersten Samen vorzukeimen. Auf vielen Websites, Gartenblogs und in diverser Gartenliteratur kann man nachlesen, dass die kleinen Samen empfindlich sind und dass sich im Boden Bakterien befinden, die für die Samen gefährlich werden können. Daher sollte man sterile Erde kaufen. Außerdem werden zahlreiche Methoden beschrieben, wie man selbst sterile Erde herstellt, falls man sie nicht kaufen kann.

Es stimmt zwar, dass die kleinen Samen empfindlich sind, dass sich im Boden Bakterien befinden und dass einige Bakterien für die Samen gefährlich werden können, dennoch sollte die Pflanzenerde für die kleinen Samen in keinem Falle steril sein.

 

Der richtige Boden

Der Erfolg im Gewächshaus hängt von vielen Dingen ab, aber ein sehr wichtiger Faktor ist die Qualität des Bodens. Deshalb ist es besonders wichtig Pflanzenerde zu wählen, die sich für die Pflanzen eignet, die man anbauen möchte. Außerdem sollte dem Boden regelmäßig Dünger und damit neue Nährstoffe zugeführt werden. Hierbei ist es in jedem Falle besser natürlichen Dünger, wie z.B. Kompost, zu verwenden.

 

Nährstoffe für die Pflanzen

Eine gute Erde ist voller Mikronährstoffe, nützlicher Bakterien und Pilze. Wenn wir dem Boden Kompost zuführen, geben wir ihm Dünger in kleinen Mengen, aber in erster Linie füttern wir die vielen Organismen, die wir - abgesehen von beispielsweise Regenwürmern und einigen Pilzen - ohne Mikroskop nicht sehen können. Die kleinen Organismen wandeln den Kompost in wichtige Mineralien und den gewünschten Dünger um.

Das Problem mit sterilem Boden

Steriler Boden ist insofern problematisch, da in sterilem Boden alle Organismen abgetötet werden, also auch die, die eigentlich wichtig sind für das Wachstum. Der Boden wird unfruchtbar – auch für die kleinen Samen. Dessen sollten wir uns bewusst sein. In der Natur können Samen auch in unbehandeltem Boden gut keimen.

 

Anzucht- und Aussaaterde

In der Regel wird gänzlich sterile Erde gar nicht verkauft. Diese wäre letztendlich auch viel zu teuer. Doch ist gekaufte Anzucht- und Aussaaterde nicht steril?

Nein, das ist sie nicht. Trotzdem macht es Sinn das Saatgut in diese Erde zu säen. Anzucht- und Aussaaterde ist eine feine Pflanzenerde und ist vor allem frei von Unkraut. Das bedeutet, dass die kleinen Samen die Erde für sich haben, und nicht von ungewollten Pflanzen verdrängt werden.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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