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Lars Lund

08 Sep 2020 15:33

Verdienen Sie Geld mit Ihren Kartoffeln

 

Jetzt ist die Zeit gekommen, Gold zu ernten. Neue Kartoffeln leuchten wie Gold in der Sonne und wenn Sie ein Gewächshaus haben, können Sie schon früh Ihre eigenen Kartoffeln ernten. In Dänemark werden die ersten in Gewächshäusern angebauten Kartoffeln Anfang März für umgerechnet 670 Euro pro Kilo verkauft. Kartoffeln können also in vielerlei Hinsicht als Gold bezeichnet werden.

Die Kartoffel ist eine unverzichtbare Speise. Sie wird im Gewächshaus gezüchtet, oder auch auf kleinen Balkonen, wo sie in Säcken mit Pflanzenerde oder in Töpfen steht. Die Töpfe liefern nicht den größten Ertrag, bieten aber ein einzigartiges Geschmackserlebnis. 

Es gibt weltweit über 4000 Kartoffelsorten. Das zeigt wie beliebt die Kartoffel auf der ganzen Welt ist. Welche Sorte nun genau die Glückskartoffel ist, kann von Land zu Land unterschiedlich sein. Die für den ökologischen Landbau geeignete Sorten gehören jedoch in der Regel zu den Favoriten, da es sich im Allgemeinen um gesunde Sorten handelt, die nicht so vielen Krankheiten ausgesetzt sind wie andere in der Verwandtschaft. Das sind beispielsweise Sorten wie Sava und Ditta.

 

Die Anfänge der Kartoffel

Die Kartoffel kam erstmals im Jahre 1570 nach Europa und wurde damals als Zierpflanze verwendet. Dies lag vor allem daran, dass die ersten Kartoffelpflanzen erst Ende des Jahres tatsächlich verwertbare Knollen bilden konnten und auch die, in der Regel noch recht bitter waren. Erst 1867 gelang es, Sorten zu produzieren, die essbar waren.

Kartoffeln bekommen bekanntlich viele Krankheiten. Daher gehören sie zu den am meisten mit Pflanzenschutz besprühten Gemüsesorten. Die häufigsten Krankheiten sind Schimmel und Kartoffelschorf. Kartoffelschorf wird am häufigsten mit Wassermangel in Verbindung gebracht. Die Kartoffelpflanze braucht nämlich viel Wasser, um gesunde und große Knollen zu bilden. Wenn sie zu wenig bekommt bildet sie lediglich viele kleine Knollen. Schwarze Kartoffeln - oder Kartoffeln mit schwarzen Flecken - treten auch dann auf, wenn man zu fleißig war, mit dem Düngen. Das geht besonders dann schief, wenn die Kartoffeln zu viel Stickstoff bekommen.

 

Im Gewächshaus

Frühe Kartoffeln sind gefragt und man muss nicht viel Geld dafür ausgeben - bauen Sie sie einfach selber an. Beginnen Sie im Februar damit, die Kartoffeln vorzukeimen. Ich habe sie mit einer guten hausgemachten Pflanzenerde in alte Milchkartons oder Töpfe gefüllt, gekaufte Pflanzenerde ist natürlich auch in Ordnung. Hier dürfen die Kartoffeln dann keimen.

 

Zunächst sollte man nicht düngen, da es sonst, wie bei Erdbeeren, größtenteils nur Blätter geben wird. Später brauchen Kartoffelpflanzen etwas Dünger, doch wenn Sie von Anfang an einen guten und nahrhaften Boden mit Kompost verwenden, ist auch das meistens nicht nötig. Wasser ist viel wichtiger.

 

Um Knollen zu bilden, brauchen die Pflanzen Wasser und nicht zu viel Wärme. Zum Keimen stelle ich sie bei einer Temperatur von 15-18 Grad an einen hellen Ort. Ich schneide den Boden eines Milchkartons ab und lege die Kartons in eine Waschwanne. Gelegentlich gebe ich dann Wasser in die Wanne, sodass die Pflanzen von unten bewässert werden.

 

Im März werden die Kartoffeln in Töpfe oder Eimer umgepflanzt und kommen ins Gewächshaus. Man sollte nur eine Kartoffel pro Topf pflanzen, da die Pflanzen sonst um Platz und Nährstoffe konkurrieren und das den Ertrag negativ beeinflussen kann. Ich fülle den Eimer nicht vollständig mit Erde, sondern tue dies im Einklang mit dem Wachstum der Pflanze.

 

Es besteht noch immer Frostgefahr und in den letzten Jahren habe ich die Kartoffelpflanzen im Gewächshaus mit Luftpolsterfolie geschützt. Das hat gut funktioniert. Wenn harter Frost vorausgesagt ist, sollte man die Pflanzen zusätzlich mit einer Gewächshausheizung schützen.

 

Anfang Mai, manchmal auch schon Ende April, pflanze ich die meisten Kartoffeln in den Gemüsegarten und decke sie mit einem „Folientunnel“ ab. Ein paar Pflanzen dürfen im Gewächshaus stehen bleiben, da die Kartoffeln dort besonders groß werden und ich so im Mai die ersten Kartoffeln ernten kann.

 

 

Den Boden erwärmen für eine frühe Ernte

Wenn Sie frühe Kartoffeln ernten möchten, können Sie damit beginnen, den Boden mit Kunststofffolie abzudecken, um sie vorzuwärmen. Der Kunststoff sollte nicht schwarz sein. Schwarzer Kunststoff kann den Boden nämlich kälter machen. Dies liegt daran, dass der schwarze Kunststoff die Sonnenstrahlen auffängt und die Wärme wieder an die Luft abgibt, bevor sie dem Boden zugutekommen kann. Bei klarem Kunststoff können die Sonnenstrahlen die Folie durchdringen und so die Erdoberfläche erwärmen. Die heiße Luft wird dann nicht an die Luft abgegeben, sondern dringt weiter in den Boden ein.

 

 

Frühe Sorten

Hamlet, Hela, Revelino, Marabel Primula, Solist, Friesländer, Ditta, Borwina, Bintje

 

Wie lange dauert es?

Von der Keimung bis zur Pflanze: circa 5-6 Wochen

Vom Auspflanzen bis zur Ernte: circa 80 - 100 Tage

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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