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Nanna Stærmose

08 Sep 2021 14:58

Der Traum von einer Orangerie 2

 

Gute Planung und Vorbereitung können in der Regel viele Kopfschmerzen verhindern. Aber wenn ein Handwerker das Fundament gießt und ein anderer Handwerker die Orangerie auf dem Fundament montieren soll und diese beiden sich nie treffen, kann es zu Herausforderungen kommen. Denn passt das Fundament wirklich zum Rest des Hauses?

Text und Fotos von Louise Køster, Rabarbergaarden

Als Fundament für die neue Orangerie haben wir uns früh für ein Fundament mit Dämmung entschieden. Das sollte langfristig dafür sorgen, dass wir die Orangerie ganzjährig nutzen können, sowohl im Zusammenhang mit unserem Restaurant als auch mit anderen Aktivitäten.

Es war ein wirklich tolles Gefühl zu sehen, wie das Fundament gegossen wurde und zu wissen, dass nun der erste Schritt in Richtung Ziel getan war.

Doch beim in die Tiefe Graben stößt man oft auf Überraschungen. Bei Bauvorhaben von größeren Gebäuden ist es schon vorgekommen, dass man auf Gräber gestoßen ist oder andere Funde gemacht hat. Hier auf dem Hof war es weniger exotisch. Es stellte sich heraus, dass die Überreste eines alten, aber großen Wassertanks aus Ziegeln in der Erde lagen. Dieser wurde wahrscheinlich vor vielen Jahren für den Plantagenbetrieb verwendet. Schon lange bevor wir den Hof übernommen haben, waren Tank und Brunnen zugemacht worden. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als den Schutt zu durchwühlen und alles auszuheben.

Sobald wir all den Schutt und das alte Baumaterial ausgehoben hatten, stellte sich jedoch die Frage: wohin damit? Für uns gab es keine andere Möglichkeit als unglaublich viele Fahrten zum Recyclinghof, wo die Steine hoffentlich in anderen Zusammenhängen erneut genutzt werden konnten.

Passen die Zeichnungen zusammen?

Das von uns gewählte Juliana-Modell - ein Botanica - war ein Standardmodell. Das bedeutete, dass nachträglich nichts mehr angepasst werden konnte, falls das Gewächshaus am Ende nicht zum Fundament passte. (Diese Produktreihe ist nicht länger verfügbar. Einen Überblick über die aktuellen Modelle und weitere Informationen finden Sie unter www.de.juliana.com)

Wir hatten uns mit einem erfahrenen Bauunternehmen zusammengetan, um das Fundament und den Sockel, auf dem das Gewächshaus stehen sollte, bauen zu lassen. Doch wie breit war der Sockel? Und wo sollte die Orangerie montiert werden, auf dem Sockel oder dem Fundament? Welche Möglichkeit würde besser aussehen und welche Möglichkeit würde uns die gewünschte Deckenhöhe bieten? All diese Fragen standen im Raum und konnten gleichzeitig erst nach Fertigstellung gänzlich geklärt werden. 

Diese Fragen schienen eigentlich einfach, doch wir mussten auch die Wetterbedingungen berücksichtigen. Die Winterstürme bei uns sind nämlich nicht zu unterschätzen. Deshalb entschieden wir das Gewächshaus direkt auf dem Fundament zu montieren, damit es Stürmen und starken Windböen besser standhalten kann.

Diese Entscheidung machte die Arbeit keineswegs einfacher, denn nun war es umso wichtiger auf den Millimeter genau zu arbeiten. Am besten wäre es gewesen, wenn wir uns gemeinsam mit den Handwerkern und Monteuren zusammengesetzt hätten, um den Bau und die Montage genau zu besprechen. Doch dafür gab es keine Möglichkeit. Daher agierten wir als Vermittler und versuchten unser Bestes Ziele, Zahlen, Zeichnungen und Fragen zwischen den Beteiligten zu vermitteln.

 

Das Fundament

Es kam der Tag an dem gegraben, geebnet, gedämmt und alle Details für das Fundament vorbereitet waren und der Betonmischer kam. Dieser Betonmischer produzierte erstaunlich große Mengen an Beton, für das 50 m2 Fundament, das den Boden unserer Orangerie darstellen sollte. Diese Bauphase war aufregend und sorgte gleichzeitig für Kopfschmerzen, denn nun gab es kein Zurück mehr. Das Projekt nahm Formen an und alle drücken die Daumen, dass alle Zeichnungen richtig gelesen worden waren und die Maße passten.

 

Wartezeit und die Wahl des Fußbodens

Beton muss aushärten, damit man absolut sicher sein kann, dass er stabil ist und sich keine Risse bilden. Es war Frost angesagt, und wir drückten die Daumen, dass es durch den Frost keine Risse geben würde, bevor alles getrocknet war. Während wir warteten, kümmerten wir uns um den richtigen Bodenbelag. Wir waren erstaunt über die große Auswahl! Wir wussten, wir wollten gerne rote Ziegel, aber uns war nicht klar wie viele verschiedene Rottöne und Ziegel es gab! Mit viel Geduld schauten wir uns die verschiedenen Ziegel immer wieder an, gingen die Farbtöne durch und fuhren zwischendurch wieder nach Hause, um noch einmal darüber zu schlafen.

Am Ende entschieden wir uns für einen roten Ziegelstein, dessen Farbe und Struktur zu unseren Vorstellungen passte und der mit der Zeit nur schöner werden würde. Nach 10 Tagen war der Beton fertig und die letzte dünne Deckschicht konnte aufgetragen werden. Wieder fuhr der Betonmischer vor und diesmal war es etwas feinerer Zement der Vermischt und verteilt wurde. Mühsam und sehr genau ebneten die Bauarbeiter den Beton, sodass am Ende eine spiegelglatte und gleichmäßige Oberfläche entstand. Alle bewunderten die Arbeit, aber niemand hatte die Katze gesehen, die von hinten angeschlichen war. Mit einem schnellen Sprung setzte sich der Mäusejäger auf den Rand des Fundaments. Nur der schnellen Reaktion eines Bauarbeiters war es zu verdanken, dass die Katze nicht in der klebrigen Masse stecken blieb.

Das Gewächshaus wird montiert

Eines frühen Morgens traf das Team von Juliana mit dem Stahlgerüst des Gewächshauses ein. Nun wurde es spannend, ob die Maße des Gerüstes mit denen des Fundaments zusammenpassen. Alle Teile wurden ausgebreitet und nach und nach montiert. 

Mit einem Seufzer der Erleichterung konnten wir feststellen, dass alle Maße richtig kommuniziert und weitergegeben worden waren. Obwohl die Monteure an einigen Stellen kreativ werden mussten, war nichts davon so gravierend, dass es die Entstehung der Orangerie verhindert hätte.

Wir schafften es nicht Richtfest zu feiern, denn plötzlich stand die gesamte Stahlkonstruktion und das Team war dabei, die ersten Glasscheiben einzusetzen.

Es war ein wildes Gefühl zum ersten Mal die Orangerie zu betreten. Jetzt bestand kein Zweifel mehr, dass es ein wunderbarer Ort werden würde. Ein Ort, der in Zukunft viele schöne Abende, Tage und Veranstaltungen beherbergen würde. Ein Raum mit wunderbaren Wachstumsbedingungen für unsere Pflanzen und unschlagbarer Atmosphäre für unsere Gäste.

 

Nichts ist umsonst

Es ist gut, dass uns die Orangerie so glücklich gemachte hat, denn leider ist es nicht umsonst so ein großes Glashaus zu bauen.

Der Grundstein für die Orangerie ähnelt dem eines Einfamilienhauses, da das Botanica Modell über 50m2 groß ist. Zusammen mit der Tatsache, dass wir uns einen Boden aus Ziegelsteinen gewünscht haben, war es notwendig das Budget ein wenig höher anzusetzen.  

Wir haben mit folgendem Budget angefangen: 

  • Aushub und Fundament 8.400 Euro
  • Botanica Typ C 50,8m2 inkl. Montage 32.170 Euro
  • Verputzen des Sockels und Verlegen der Ziegel 2.680 Euro
  • Ziegelsteine 2.010 Euro
  • Stromanschluss 1.610 Euro
  • Gesamt inkl. MwSt. 46.870 Euro

(Das Budget ist ursprünglich auf dänischen Preisen basiert. Deshalb können einzelne Posten von den hier angegebenen Beträgen abweichen.)

Dieses Budget war unser Ausgangspunkt, doch im Planungs- und Bauprozess kann viel passieren, das für Abweichungen sorgt. Das war auch bei uns der Fall, sodass einige Beträge im Prozess angepasst werden mussten.

Was der Bau letztendlich gekostet hat und warum wir am Ende vier Wochen warten mussten, bis wir die Orangerie in Betrieb nehmen konnten, berichten wir im nächsten Artikel.

 

Weitere Infos und Inspiration finden Sie unter:

www.rabarbergaarden.dk

Instagram: rabarbergaarden.dk

Facebook.com/Rabarbergaarden

Om Nanna Stærmose

Freiberufliche Journalistin aus Dänemark.

Nanna ist die Autorin der vielen Artikel des Gewächshausclubs. Nanna besucht glückliche Gewächshausbesitzer und erzählt ihre Geschichten, sowohl über traditionelle Anbauprojekte als auch über die kreative Nutzung ihres Gewächshauses.

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