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Lars Lund

08 Sep 2020 15:33

Begeistern Sie Ihre Kinder für den Gartenbau

Von Lars Lund

l@rslund.dk

 

Für Kinder ist die Pflege eines Gartens manchmal ein etwas zu langatmiger Prozess, aber man kann das Interesse unterstützen, indem man kleine Pflanzenexperimente durchführt, die die Kinder selbst verfolgen können.

Pflanzen Sie zum Beispiel, eine Erbse in ein Glas mit Erde. Das ist aufregend, weil man sehen kann, wie die Wurzel größer wird. Oder pflanzen Sie ein paar gelbe Erbsen in Gips. Nach einiger Zeit sprengen die Wurzeln den Gipsmantel.

 

Palmengarten

Exotisches Saatgut ist häufig schwierig zu bekommen. Datteln sind dafür ein gutes Beispiel. Es heißt, dass eine Dattelpalme am liebsten mit dem Kopf im Feuer und den Füßen im Wasser steht möchte. Die Wurzeln einer Dattelpalme können bis zu 50 Meter tief in den Boden reichen. Möchte man selber eine Dattelpalme pflanzen, hat man am meisten Glück mit Dattelkernen aus frischen Datteln. Hier ist die Keimfähigkeit am höchsten.

 

Um eine Dattelpalme zu pflanzen spült man die Kerne gründlich unter lauwarmem Wasser sauber und lässt sie trocknen. Dann raut man den Kern mit einem Stück Sandpapier an, legt ihn in einen tiefen Topf Erde und deckt in ihn mit 3 cm Erde zu. Wenn man drei Dattelkerne in denselben Topf pflanzt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man auch wirklich Glück hat und einer davon zu einer Palme heranwächst. Der Boden sollte regelmäßig befeuchtet, und der Topf an einem warmen Ort platziert werden. Es ist wichtig, dass der Boden nicht austrocknet. Nach ungefähr 3 Monaten keimt der Kern und es erscheint ein erster Spross. Dann sollte die Dattelpalme an einen sonnigen Platz gestellt werden. Eine Dattelpalme braucht Zeit, aber so kann man gemeinsam gespannt dem Wachstum folgen.

 

  

Walnussbaum

Für Walnussbäume steckt man Walnüsse in einen Sandhaufen im Garten, damit die Mäuse sie nicht finden können. Im April öffnen sich die Schalen und kleine Keimwurzeln werden sichtbar. Jetzt kann man sie im Gemüsegarten in Reihen pflanzen. Ebenso kann man Haselnüssen mit Schale zum Keimen bringen.

 

Avocado

Um einen Avocadokern zum Keimen zu bringen, muss der Kern zunächst gereinigt werden und dann 24 Stunden trocknen. Dann setzt man einen kleinen, sanften Schnitt an die Ober- und Unterseite des Kerns und legt ihn so in ein Glas Wasser, dass er das Wasser nur leicht berührt. Um den Kern an Ort und Stelle zu halten, kann man mit ein paar Zahnstochern nachhelfen. Wenn der Kern anfängt Wurzeln zu schlagen, kann man ihn in einen Topf pflanzen.

 

Man kann den Kern auch von Anfang an in einen Topf pflanzen. Hierbei ist es wichtig, dass der Kern 2/3 unter der Erde liegt und der Boden ständig feucht gehalten wird, indem man zum Beispiel eine Plastiktüte mit ein paar Luftlöchern darüber legt. Sobald die Pflanze 25 cm groß geworden ist, sollte man sie 7 cm zurückschneiden - so entwickeln sich weitere Triebe.

 

3 einfache Tipps:

  1. Es geht schneller, einen Avocadokern zum Keimen zu bringen, wenn die braune Schale entfernt wird.
  2. Der flache Teil des Kernes sollte nach unten zeigen.
  3. Wenn man Zahnstocher verwendet, sollte man darauf achten, sie nicht gerade dort zu platzieren, wo der Kern eventuell später aufbrechen wird.

 

Zitrusfrüchte

Zu den Zitrusfrüchten zählen beispielsweise Zitronen, Mandarinen und Orangen. Um eine Zitruspflanze anzubauen, benötigt man die Kerne einer Zitrusfrucht. Diese wäscht man unter lauwarmem Wasser sauber. Dann entfernt man vorsichtig die äußere Hülle, damit die Kerne schneller keimen können. Die herausgenommenen Kerne legt man dann zwischen mehrere feuchte Papiertücher und das feuchte Papier in eine geschlossene Plastiktüte. Nach 8 Tagen beginnen die ersten Kerne zu keimen und sie können in einen Topf gepflanzt werden. Der Topf sollte an einem Ort mit Raumtemperatur stehen und es ist wichtig, den Boden feucht zu halten. Am Anfang lohnt es sich deshalb eine Plastiktüte mit ein paar Luftlöchern darüber zu legen.

 

Stratifikation

Einige Kerne und Samen keimen nur, wenn sie längere Zeit Temperaturen zwischen 1 und 6 Grad ausgesetzt waren. Dies sind Samen, die in unseren Breiten natürlich wachsen. Nüsse haben zum Beispiel eine Schale, die sie davor schützt, nicht vorzeitig zu keimen.

Stratifikation ist die Schichtung von herkömmlichen Kernen und Samen in Sphagnum oder feuchtem Sand, um das Keimen zu beschleunigen. Das Saatgut in einen Kühlschrank zu legen, hat einen ähnlichen Effekt.

 

Ananas

Ananas ist eine lustige Pflanze, die man ganz einfach zum Wachsen bringen kann. Dafür schneidet man eine Ananas einen Zentimeter unter der Oberseite durch. Dann entfernt man den Rest der Schale, der noch am Blattschopf hängt und entfernt ca. 5 cm der unteren Blätter. Dann lässt man den Blattschopf 24 Stunden trocknen. Danach legt man den Blattschopf so in ein Glas Wasser, sodass der Wurzelstängel 5 cm mit Wasser bedeckt ist. Sobald der Stängel Wurzeln schlägt, kann der Blattschopf eingepflanzt werden.

 

 

 

Schritt 1

Schneiden Sie den Blattschopf der Ananas ab.

Schritt 2

Entfernen Sie die restliche Schale.

Schritt 3

Entfernen Sie die unteren Blätter vom Wurzelstängel, zwischen 5-10 cm von der unteren Kante. Lassen Sie den Blattschopf 24 Stunden trocknen.

Schritt 4

Legen Sie den Blattschopf so in Wasser, dass die Unterseite Kontakt mit dem Wasser hat. Ein paar Zahnstocher können ihn an Ort und Stelle halten. So fängt die Ananas langsam an Wurzeln zu schlagen und kann dann in etwas Erde gepflanzt werden.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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