...

Blog


...

Lars Lund

10 Mrz 2021 15:32

Selbstgemachter Zuckerrübensirup

Ein altes norwegisches Rezept aus dem Jahr 1941 war Inspiration für die Herstellung von Zuckerrübensirup.

 

Von Lars Lund

l@rslund.dk

 

Für mich ist es eine gute Alternative anstatt des Skiurlaubs in Norwegen in diesem Jahr ein norwegisches Rezept auszuprobieren. Hat man Lust sich in dieses Jahr neuen Herausforderungen zu stellen, empfiehlt sich der Zuckerrübenanbau. Informationen zum Anbau von Zuckerrüben gibt es im Video. Außerdem teile ich in diesem Artikel ein Rezept zur Zubereitung von Zuckerrübensirup.

Dieses Video ist auf dänisch, doch es gibt die Möglichkeit deutsche Untertitel einzustellen. Dafür öffnet man das Video auf YouTube und klickt in der unteren Menüleiste des Videos auf „Einstellungen”. Unter „Untertitel” und „Automatisch übersetzen” kann man die gewünschte Sprache auswählen.

Flüssiger Zucker

  • Zuerst sät man die Zuckerrüben. Die Rüben können im Herbst geerntet werden.
  • Man benötigt 5-6 kg gereinigte, geschälte Rüben für den Sirup.
  • Die Rüben werden in kleine Stücke geschnitten und in einen Topf gegeben, der zwischen 16 und 18 Liter Wasser fassen kann. Man sollte die Stücke großzügig mit Wasser bedecken.
  • Nun wird das Wasser im Topf auf 80 bis 90 Grad erhitzt, doch es darf nicht kochen. So sollten die Zuckerrüben vier Stunden stehen und ab und zu umgerührt werden.
  • Die Masse wird nun in ein Sieb oder Durchschlag gegeben. Der Saft kommt zurück in den Topf und die abgekochten Rüben werden in eine große Schüssel gegeben und kaltgestellt.
  • Als nächstes wird der Saft durch ein Tuch gesiebt und in einen Behälter gefüllt.
  • Dann reinigt man den Topf und der abgekochte Saft kommt zurück in den Topf. Nun wird der Saft bei schwacher Hitze 12 bis 14 Stunden erneut erwärmt.
  • Die letzten anderthalb Stunden, bevor der Sirup fertig ist, bildet sich auf der Oberfläche eine dicke grau-gelbe Schaumschicht, die vor dem Abfüllen des Sirups entfernt werden sollte.
  • Sobald der Sirup die geeignete Konsistenz hat, füllt man ihn in ein Glas oder anderes Gefäß. Doch aufgepasst! Mit dem Abfüllen sollte man nicht zu lange warten.

 

Warmer Sirup immer flüssiger ist als kalter. Deshalb sollte man ein wenig Sirup in eine Schüssel geben und abkühlen lassen, um die Konsistenz abschätzen zu können. Der fertige Sirup sollte süß und vollmundig schmecken, und natürlich weitaus besser als gekaufter.

Anschließend kann man die kaltgestellten, abgekochten Zuckerrüben erneut in den Topf geben, um den Vorgang zu wiederholen und noch mehr Zucker aus den Rüben zu ziehen. Ein zweites Mal kann sich durchaus lohnen, doch dann sollte man neue Zuckerrüben verwenden.

Insgesamt kann man aus 5-6 kg Rüben zwischen 1,3 und 1,4 kg Sirup gewinnen. Wir vergessen einfach kurz den Stromverbrauch. Sicherlich kann man anstatt eines Herds auch ein Lagerfeuer im Garten für die Zubereitung verwenden. Die übrig gebliebenen, abgekochten Rüben können für Eintöpfe und Aufläufe verwendet werden.

1 Kommentare zu diesem Beitrag

...

Wiebke

15 Okt 2023 09:25

Lieber Lars, danke für dein Rezept, ich probiere es gerade aus. Was machst du denn mit den Rüben nachdem du den Saft davon getrennt hast?

Viele Grüße aus Köln

...

Lars Lund

16 Okt 2023 10:21

Hallo Wiebke

Vielen Dank für Ihre Frage. Ja, Zucker / Zuckersirup herzustellen ist ein spannendes Projekt. In Dänemark verwenden wir Zuckerrüben ausschließlich als Futtermittel für Tiere, daher kenne ich keine anderen Verwendungszwecke und werfe die Reste auf den Kompost. In einem alten Buch habe ich jedoch ein Rezept entdeckt - vielleicht haben Sie ja Lust es auszuprobierung und uns zu berichten, wie es geschmeckt hat.

Zuckerrübensalat mit Meerrettich: 1 kg Rote Bete gewaschen, geputzt und in Würfel geschnitten. Bei starker Hitze in Pflanzenöl anbraten. Mit einem Deckel abdecken. 10–15 Minuten rösten und mit etwas Essig beträufeln. Den Meerrettich in kleine Stücke schneiden und ganz kurz kochen. Nach dem Abkühlen alles mit einem Löffel Crème Fraiche und einem Löffel Zucker vermischen und mit Kräutern bestreuen.

Ich selbst habe das Rezept wie gesagt noch nicht ausprobiert und weiß daher nicht wie der Salat schmeckt, aber vielleicht haben Sie ja Lust das herauszufinden.

Viele Grüße, Lars Lund

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

Erfahren Sie mehr Lars Lund