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08 Apr 2022 09:20

Die Wahl der richtigen Pflanzenerde

 

 

Man kennt es – der Frühling hat begonnen und man steht im Gartencenter vor einer riesigen Auswahl an Pflanzenerde. Welche Sorte sollte man am besten kaufen? Welche Erde ist qualitativ hochwertig und welche ist weniger gut? Vielleicht macht man sich insgesamt Sorgen, die falsche Erde zu kaufen? In diesem Artikel kann man ich einen Überblick verschaffen. Dabei geht es um Pflanzenerde, die sich für das Gewächshaus eignet.

 

Einen Plan erstellen

Bevor man Erde kauft, ist es wichtig sich Gedanken zu machen welche Wünsche, Pläne und Ziele man für die Sommermonate hat. Hierbei ist es wichtig, sich mit folgenden Elementen zu beschäftigen:

  • Möchte ich selbst das Saatgut vorkeimen?
  • Möchte ich meine Pflanzen in festangelegten Beeten anbauen?
  • Möchte ich Pflanzkästen mit Kapillarbewässerung verwenden?
  • Habe ich vielleicht Lust, Topfanbau auszuprobieren?

Wenn die Antwort zu allen vier Fragen „JA“ ist, gibt es vier übergeordnete Sorten Pflanzenerde, die man anschaffen sollte. Dabei ist es weniger wichtig die Erde eines bestimmten Herstellers zu kaufen, stattdessen sollte man die jeweiligen Eigenschaften und Funktionen der Erde beachten.

 

Die 4 Hauptgruppen

  • Aussaat- und Anzuchterde ist eine milde Erde ohne besonders viel Dünger. Die Erde ist oft fein und porös. Die Erde ist keimenden Samen und kleinen Setzlingen angepasst. Meist wird davon gar nicht viel Erde benötigt und es ist unnötig 20l oder 30l zu kaufen. 8l sind meist völlig ausreichend.
  • Bodenverbesserer ist wichtig für festangelegte Beete im Gewächshaus. Die „alte“ Erde muss im Frühjahr aufgefrischt werden. Das erreicht man in dem man der Erde Bodenverbesserer untermischt. Diese Erde ist meist grob und enthält viele Nährstoffe. Bodenverbesserer versorgen den Boden mit neuen Nährstoffen und verbesseren die Bodenstruktur, sodass der Boden wieder lockerer wird. Diese Erde gibt es meist in 40l und 50l Säcken.
  • Diejenigen, die es sich im Alltag einfach machen wollen und Pflanzkästen mit Kapillarbewässerung verwenden, können ihre Tomaten, Gurken oder Chili direkt in Säcke mit Pflanzenerde pflanzen, indem sie runde Löcher für die Pflanzen in das Plastik schneidet. Außerdem müssen vor dem Einpflanzen auch Löcher in den Boden des Sackes geschnitten werden, damit die Erde und das Wasser des Pflanzkastens miteinander Kontakt haben und der Kapillareffekt wirken kann. Hierfür sollten 40l oder 50l Säcke mit etwas gröberer Pflanzenerde verwendet werden, damit die Wurzeln den ganzen Sommer über ausreichend Luft bekommen. Ich persönlich kaufe 50l Säcke, da diese mehr Wasser aufnehmen können, und die Wurzeln mehr Platz haben, um sich auszubreiten.
  • Kübelpflanzenerde ist für diejenigen, die ihre Pflanzen in Kübeln, Kästen und Töpfen anbauen. Diese Erde zeichnet sich dadurch aus, dass sie schwerer ist als andere Erde, da ihr Lehm in Pulverform untergemischt wurde. Das ist mit dem bloßen Auge meist nicht erkennbar. Der Vorteil daran ist, dass der Lehm das Wasser speichert. An einem langen, warmen Sommertag trocken Töpfe schnell aus, und deshalb ist es wichtig eine Erde zu verwenden, die dem entgegenwirkt. Kübelpflanzenerde enthält außerdem oft Langzeitdünger, der den ganzen Sommer ausreicht, sodass man nicht zusätzlich düngen muss. Diese Erde gibt es meist in 40l bis 50l großen Säcken. In Kübel, Kästen und Töpfe passt häufig mehr Erde, als man auf den ersten Blick glaubt, deshalb ist mein Rat, lieber einen großen Sack oder gleich zwei zu kaufen. 

 

Und das war’s schon …

Viel mehr braucht man über die verschiedenen Sorten Pflanzenerde eigentlich nicht zu wissen. Mit Hilfe der vier Fragen, kann man wunderbar bestimmen, welche der vier Hauptgruppen für das eigene Gewächshaus relevant sind.

 

Gut zu wissen …

Es gibt zwei übergeordnete Gruppen Pflanzenerde auf dem Markt. Welche Gruppe man hierbei bevorzugt ist jedem/r selbst überlassen. In beiden Gruppen gibt es sowohl Anzucht- und Aussaaterde, Bodenverbesserer, Erde für direkten Anbau in Säcke mit Pflanzenerde und Kübelpflanzenerde. Bei den beiden übergeordneten Gruppen handelt es sich um Erde auf Basis von Torfmull und Erde auf Basis von Kompost.

Erde auf Basis von Torfmull

Torfmull ist eine Form von Humus, dass aus Moos besteht und in Mooren entsteht. Der Vorteil von Torfmull als Anbaumedium ist die Fähigkeit des Mooses, große Mengen an Wasser zu binden und gleichzeitig große Mengen an Luft an die Pflanzenwurzeln abzugeben. Die Qualität von Erde auf Basis von Torfmull kann sehr unterschiedlich sein, doch man kann damit rechnen, dass Preis und Qualität Hand in Hand gehen – je teurer, desto besser die Qualität. Der pH-Wert und der Leitwert bleiben bei qualitativ hochwertigen Produkten stabil.

 

Erde auf Basis von Kompost

Es gibt sowohl neuere als auch ältere Produzenten, die Pflanzenerde auf Basis von Kompost herstellen. Die meisten Produkte, die auf Kompost basiert sind, sind mit Sand vermischt und wirken daher schwerer als Produkte mit Torfmull. Produkte mit Kompost haben den Vorteil, dass sie voll sind von Mikroorganismen, Nährstoffen und verschiedenen organischen Materialien. Gleichzeitig sind diese lebendigen Inhalte auch ein Schwachpunkt. Während des Transports und der Lagerung in Gärtnereien/Baumärkten finden in der Erde weiterhin zahlreiche Zersetzungsprozesse statt. Das kann zur Folge haben, dass sich das Produkt letztendlich deutlich von dem ursprünglich versendeten Produkt unterscheidet. Das kann z.B. Auswirkungen auf den pH-Wert oder den Leitwert haben. Daher können die Produkte auf dem Markt sehr unterschiedlich sein.

Aufbewahrung der Pflanzenerde

  • Die Säcke mit Pflanzenerde werden am besten waagerecht übereinandergelegt.
  • Die Säcke sollten vor der Verwendung nur eine kurze Zeit gelagert werden.
  • Die übereinander gestapelte Pflanzenerde sollte mit einer Plane abgedeckt und so trocken gehalten werden.
  • Die Säcke sollten generell gegen Feuchtigkeit geschützt werden.
  • Pflanzenerde sollte am besten im Schatten gelagert werden.

Tipp

Pflanzenerde sollte gut duften. Dabei sollte man bedenken, dass Pflanzenerde, die mit organischem Dünger, wie z.B. Hühnermist, gedünkt wurde, einen strengen Geruch haben kann, wenn die Säcke geöffnet werden. Das ist ganz normal.

Om Spirekassen

Christine Wiemann ist gelernte Gewächshausgärtnerin und Landwirtschaftstechnikerin, und Besitzerin des dänischen Saatguthandels Spirekassen. Christine ist Autorin diverser Bücher über Lebensstil, Gartenleben und Pflanzenanbau. Heute bloggt sie und teilt so ihr Wissen und ihre Gartenhauspassion. Christina ist Gewächshausexpertin und Botschafterin für Juliana Gewächshäuser.

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