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Spirekassen

11 Jan 2024 13:25

Die Planung der Sommersaison 2024

Ein neues Jahr hat angefangen, doch bereits Anfang Dezember haben wir erlebt, wie kalt und verschneit der Winter sein kann. Es ist ein gutes Zeichen, dass der Winter trotz Klimawandel noch immer kalt sein kann. Außerdem ist die Kälte auch für die Sommersaison wichtig. Warum das so ist, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel.

Der Beginn des neuen Jahres bedeutet auch, dass es Zeit ist, die Sommersaison im Gewächshaus zu planen. Bei Spirekassen blicken wir immer erst einmal zurück auf die vergangene Saison und planen danach, was in der kommenden Saison passieren soll. Dafür besprechen wir genau, was gut in gut gelaufen ist und was noch verbessert werden kann.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie wir in die neue Saison starten und welche Überlegungen wir dafür angestellt haben.

 

Ein arbeitsreicher Herbst und ein früher Start in die neue Saison

Im Herbst 2023 haben wir ungefähr 300 Blumenzwiebeln, darunter Tulpen, Narzissen und kleinere Zwiebeln wie Krokus, Scilla und Sternhyazinthen, in unseren Gewächshäusern gesetzt. Das haben wir so geplant, weil wir unsere Juliana Orangeri 21,5 m2 besonders dann nutzen wollen, wenn es im Frühling warm wird. Die ersten Blumenzwiebeln werden in März blühen, denn zu dem Zeitpunkt ist es im Gewächshaus tagsüber bereits mollig warm.

Wir haben die Blumenzwiebeln in Beete, Pflanzgefäße und Töpfe gesetzt. Und wenn die bunten Blumen verblühen, werden sie entfernt und der Platzt für das Sommergemüse verwendet.

 

2023 - Unser Fazit

2023 war ein ganz besonderes Jahr. Im Frühling herrschte eine historische Dürre, und der Sommer 2023 war der bisher heißeste Sommer. In vielen Teilen Europas und dem Rest der Welt wurden Hitzerekorde gebrochen.

Welche Bedeutung hat das für unsere Gewächshäuser? Bei Spirekassen wurde besonders ein Zeichen des Klimawandels deutlich: Schädlinge. Wir haben noch nie so viele Befälle von Blattläusen erlebt, wie im vergangenen Jahr. Der trockene und milde Frühling schaffte die optimalen Bedingungen für die Blattläuse, und wir kamen nicht hinterher. Erst als der natürliche Feind der Blattläuse kam - der Marienkäfer - wurde es besser. Die meisten Marienkäferarten leben von Blattläusen, sodass die Blattläuse im Spätsommer fast ganz beseitig waren. Der Anfang des Sommers war jedoch schrecklich, weil viele Pflanzen von den Blattläusen zerstört wurden.

Wir fürchten, dass einige Blattläuse im Gewächshaus überwintert haben, und dass sie sich im Frühling 2024 vermehren werden, wenn die Wärme zurückkommt. Im Frühling werden wir deswegen eine gründliche Reinigung vornehmen. Wir wollen außerdem Nützlinge im Gewächshaus aussetzen, um von Anfang an eine natürliche Balance zwischen Schädlingen und Nützlingen herzustellen.

Der Kälteeinbruch Ende des letzten Jahres resultierte mancherorts in zweistellige Minusgerade, die hoffentlich auch das Schädlingsproblem in diesem Jahr verbessert haben, denn harter Frost bekämpft Schädlinge und reinigt auf diese Weise auch das Gewächshaus.

 

Zusätzliche Schattenrollos

Schatten ist wichtig und eine Notwendigkeit in jedem Gewächshaus, groß oder klein. Unsere Schattenlösung aus dem letzten Jahr, hat in der Praxis leider nicht so gut funktioniert wie gedacht.

Im Jahr 2024 nähen wir deshalb zusätzliche Schattenrollos für unsere Juliana Orangeri. Es ist eine Notwendigkeit, dass wir das Gewächshausklima kontrollieren können, weil weder Pflanzen noch Menschen in einem überhitzten Gewächshaus gedeihen.

Besonders die Tomaten in unseren Kapillarkästen waren ein Zeichen dafür, dass wir das Gewächshausklima in der vergangenen Saison nicht unter Kontrolle hatten. Sie litten bereits sehr früh unter Blütenendfäule.

Im Jahr 2024 werden wir für bessere Beschattungsmöglichkeiten sorgen und auch keine Kapillarkästen im Gewächshaus verwenden.

 

Obst- und Gemüsepflanzen für 2024

Wir hoffen, dass wir 2024 nicht so viele Probleme mit Blattläusen bekommen, aber um sicher zu gehen, haben wir beschlossen Paprika- und Chilipflanzen wegzulassen, weil diese Pflanzen bei den Blattläusen besonders beliebt sind. Letztes Jahr wuchsen die Chilipflanzen an der wärmsten Stelle des Gewächshauses, dieses Jahr haben wir uns stattdessen für Auberginen entschieden. Bei Spirekassen pflanzen wir die Auberginen „Rosso Di Napoli“ und „Bambino“. Beide Sorten sind ökologisch und sehr wärmebedürftig.

Da wir es gerne bunt mögen, werden wir außerdem die Tomatillo „Purple“ anbauen, die in der mexikanischen Küche verwendet wird. Das ist ebenfalls eine wärmebedürftige Pflanze, die perfekt in die warme Ecke des Gewächshauses passt. In der kommenden Saison werden wir keine Tomaten in der Juliana Orangeri anbauen, weil es einfach zu warm wird. Wir haben erlebt, dass der Fruchtansatz und die Ernte der Tomatenpflanzen bei großer Hitze deutlich schlechter ausfallen. Die Tomatenpflanzen ziehen stattdessen in unsere alte Orangerie, wo wir Schnittblumen und jetzt eben auch Tomaten anbauen.

Den Platz, der im letzten Jahr für die Kapillarkästen verwendet wurde, werden wir in diesem Jahr für eine Melonenpflanze nutzen. Eine Melonenpflanze passt optimal in die Juliana Orangeri, wo das Klima schön warm ist. Darüber hinaus haben wir im Herbst 2023 eine Kiwi-Pflanze in die alte Orangerie gepflanzt, und hoffen, dass diese 2024 Früchte tragen wird.

 

Ein Blütenmeer für 2024

Es ist eine gute Idee Blumen im Gewächshaus zu haben, weil der Blumenduft bestäubende Insekten anzieht, die unsere Gemüse- und Obstpflanzen bestäuben können.

Wir pflanzen im Sommer 2024 einen echten Klassiker: Die Passionsblume war in den 1990’er Jahren sehr beliebt. Sie gedieht in den Sommermonaten sehr gut im Gewächshaus. Die Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae) umfasst ungefähr 750 Arten, die in ungefähr 27 Gattungen untergeteilt sind. Sie sind alle sehr unterschiedlich.

Passiflora caerulea ist die Passionsblume, die wir am besten kennen und der wir gerne neues Leben einhauchen möchten. Diese Art bildet keine essbaren Passionsfrüchte und stammt von der Art Passiflora edulis. Passiflora caerulea hat ein massives Wachstum und ihre Ranken können bis zu 25m lang werden. Die Blüten sind fantastisch und verleihen dem Gewächshaus ein beinahe tropisches Flair. Passiflora caerulea ist auch deshalb interessant, weil sie relativ kältetolerant ist. Wenn die Pflanze geschützt steht, kann sie bis zu 10 Grad Minus vertragen. Das Klima hat sich seit den 1990’er Jahren sehr verändert und unsere Winter sind milder geworden. Das kann eine große Auswirkung auf die Passionsblume haben, sodass sie mittlerweile vielleicht im Gewächshaus überwintern kann und 2025 erneut austreibt. Das wollen wir testen!

In der alten Orangerie haben wir schon mit den Blumen für 2024 angefangen. Letzten Herbst haben wir Hardy Annuals gesät, und diese sind schon auf dem besten Wege. Das Wachstum der kleinen Pflanzen ist zwar bei Frost und Schnee ins Stocken geraten, doch sobald die Wärme im Frühling 2024 zurückkehrt, fängt auch das Wachstum wieder an. Die Herbstaussaat wird früh blühen, wahrscheinlich bereits Anfang Juni.  

Diese Blumen haben wir im Herbst gesät:

  • Gewöhnlicher Feldrittersporn, Delphinium consolida
  • Jungfer im Grünen, Nigella damascena
  • Buntschopf-Salbei, Salvia viridis

 

Tipps für die neue Saison
  • Schauen Sie zurück auf das vergangene Gewächshausjahr und ziehen Sie Ihr ganz persönliches Fazit.
  • Pflanzen Sie strategisch: Pflanzen Sie die wärmebedürftigen Arten, wo es im Gewächshaus am wärmsten ist.
  • Pflanzen Sie Tomaten, wo es am kältesten und schattigsten ist.
  • Denken Sie an Ihr Gewächshausklima, und sorgen Sie für gute Beschattungsmöglichkeiten.
  • Pflanzen Sie Blumen, die bestäubende Insekten anziehen.
  • Setzten Sie im Mai Nützlinge aus.

Om Spirekassen

Christine Wiemann ist gelernte Gewächshausgärtnerin und Landwirtschaftstechnikerin, und Besitzerin des dänischen Saatguthandels Spirekassen. Christine ist Autorin diverser Bücher über Lebensstil, Gartenleben und Pflanzenanbau. Heute bloggt sie und teilt so ihr Wissen und ihre Passion für Gewächshäuser. Christina ist Gewächshausexpertin und Botschafterin für Juliana Gewächshäuser.

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