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18 Jan 2024 08:39

Guide: Chili und Paprika

 

In ein paar Monaten ist der Frühling da, und deswegen können Sie sich schon jetzt auf das kommende Sommerhalbjahr im Gewächshaus vorbereiten. Chili und Paprika sind Frühlingsboten, denn die schärfsten Sorten können bereits im Januar/Februar vorgekeimt werden. Mildere Sorten können etwas später in die Erde kommen und im März vorgekeimt werden.

Dieser Guide gilt sowohl für den Anbau von Chili als auch von Paprika.

 

Chili und Paprika vorkeimen

Die schärfsten Chilisorten können bereits Ende Januar und Anfang Februar vorgekeimt werden. Mit den milden Sorten können Sie noch ein bisschen warten. Wenn Sie früh mit dem Vorkeimen anfangen, brauchen die Pflanzen zusätzliches Pflanzenlicht. Dafür gibt es viele verschiedene LED-Pflanzenlampen online zu kaufen. Chili- und Paprikasamen können in Keimschalen ausgesät werden, entweder einzeln oder großflächig, und am besten in Anzucht- und Kräutererde.

 

Fehler vermeiden

Bereits beim Vorkeimen können Fehler passieren, die das Wachstum und den Erfolg mit dem Anbau negativ beeinflussen können. Deshalb haben wir hier drei häufige Fehler aufgeschrieben, damit Sie diese hoffentlich vermeiden können.

Fehler 1 – zu viel Erde in der Keimschale

Die Keimschale wird mit Erde gefüllt, die Erde wird in die Schale gedrückt und danach wird mit dem Finger ein Loch für den Samen gemacht. Wo ist hier der Fehler? Die Erde sollte NIE festgedrückt werden, weil der Sauerstoffgehalt dadurch reduziert wird. Der Samen braucht diesen Sauerstoff, um zu keimen und die Wurzeln optimal entwickeln zu können. Stattdessen können Sie beim Befüllen leicht an den Rand der Keimschale klopfen, damit sich die Erde gleichmäßig verteilt und tiefer in die Keimschale rutscht.

Fehler 2 – die Samen werden zu tief gesät

Wenn das Loch für den Samen mit dem Finger gemacht wird, ist das Loch in der Regel viel zu tief. Ein Samen sollte maximal mit dreimal so viel Erde bedeckt werden, wie der Samen groß ist. Ein Paprika-/Chilisamen ist wenige Millimeter groß und darf deswegen mit max. 6mm Erde bedeckt werden. Samen die tiefer gesät werden, keimen in der Regel sehr spät oder gar nicht.

Fehler 3 – langsame Keimung

Keimen die Samen nur langsam ist dies häufig auf die beiden obenstehenden Punkte zurückzuführen – ein dritter Faktor ist die Temperatur. Der Keimungsprozess ist enzymabhängig, und die Effektivität der Enzyme ist temperaturabhängig. Werden Chili- und Paprikasamen bei 15°C vorgekeimt, wird der Keimungsprozess verlangsamt. Bei 25°C geht es viel schneller. Das Beste ist den ganzen Tag über für eine gleichmäßige Temperatur zu sorgen und am besten sind hier 25°C.

So geht’s:

  • Die Keimschale mit Anzucht- und Kräutererde füllen.
  • Die Erde anfeuchten und ein kleines Loch für den Samen machen.
  • Es ist wichtig, dass das Loch nicht zu tief ist (maximal dreimal die Größe des Samens).
  • Ein Samen pro Loch ist ausreichend, da die Keimungsrate von Chili recht hoch ist.
  • Die Keimschale mit einem Deckel abdecken, und an einer hellen und warmen Stelle platzieren.
  • Denken Sie daran, dass Chilisamen 2 bis 5 Wochen brauchen, um zu keimen.
  • Samen und Erde sollten im Laufe des Keimungsprozesses feucht gehalten werden.

Die kleinen Pflanzen

Wenn sich die ersten Keimblätter gebildet haben, sollte der Deckel entfernt werden. Es ist wichtig, dass die Pflanzen so viel Sonnenlicht wie möglich bekommen. Die Temperatur auf der Fensterbank sollte jedoch nicht mehr als 20°C betragen.

Nach ein paar Wochen bekommen die kleinen Chili- und Paprikapflanzen 2 bis 4 Sätze Blätter und es ist an der Zeit die kleinen Pflanzen in Töpfe mit einem Durchmesser von mindestens 10 cm umzutopfen. Ungefähr 6 Wochen nach dem Umtopfen, können die Pflanzen zusätzlichen Dünger bekommen, am besten ein paar Mal pro Woche Flüssigdünger im Gießwasser.

Das Leben im Freien

Als Faustregel können Chili- und Paprikapflanzen, die auf der Fensterbank vorkeimen, ungefähr Mitte Mai ausgepflanzt werden. Je nachdem, wo Sie leben, ist das auch schon etwas früher oder aber erst später möglich. Die Pflanzen sollten sich eine Woche lang, an das Leben im Freien gewöhnen und am besten bei milden Temperaturen ausgepflanzt werden.

Anzuchtbehälter

Die Anzuchtbehälter sollten mindestens 10 Liter Erde fassen können. Wir empfehlen, die Chilipflanzen in Töpfen im Gewächshaus anbauen, da Chilipflanzen im Laufe des Sommers häufig von Blattläusen befallen werden. Töpfe eignen sich daher besonders gut, weil sie relativ einfach bewegt werden können. Auf diese Weise können Sie die befallenen Chili- oder Paprikapflanze ganz einfach aus dem Gewächshaus nehmen, sodass andere Pflanzen hoffentlich verschont bleiben.

Ernten

Die ersten Chilischoten können ab August geerntet werden, manche Sorten sogar schon früher.

 

Fun Facts

Die Schärfe von Chili wird in Scoville Einheiten gemessen, auf einer Skala von 0 bis über 10 (einige sind stärker). Die Schärfe ist unschädlich für den Körper, auch wenn es sich oft nicht so anfühlt. Die Schärfe ist kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz, der von den Capsaicinoiden der Frucht abhängt. Schärfere Chili-Sorten zu essen ist Gewöhnungssache und deswegen können manche Menschen schärfere Chilis essen als andere. Alle Chili-Schoten sind an der Spitze am mildesten – die Spitze ist also perfekt, wenn Sie sich langsam an die Schärfe gewöhnen möchten. Die sogenannte Plazenta und die Samen der Schoten sind am schärfsten, und machen ungefähr 90% der Schärfe aus. Probieren Sie verschiedene Chili-Sorten aus, um Ihre Schmerzgrenze zu finden und tragen Sie Handschuhe, wenn Sie die schärfsten Sorten anfassen und schneiden.

Viel Spaß beim Chili- und Paprikaanbau!

Om Spirekassen

Christine Wiemann ist gelernte Gewächshausgärtnerin und Landwirtschaftstechnikerin, und Besitzerin des dänischen Saatguthandels Spirekassen. Christine ist Autorin diverser Bücher über Lebensstil, Gartenleben und Pflanzenanbau. Heute bloggt sie und teilt so ihr Wissen und ihre Passion für Gewächshäuser. Christina ist Gewächshausexpertin und Botschafterin für Juliana Gewächshäuser.

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