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Drivhusklubben/Greenhouse Forum/Gewächshausclub

27 Mrz 2024 12:21

Guide: Gurken im Gewächshaus

Monat für Monat zur perfekten Gurkenernte

Haben Sie ein Gewächshaus in Ihrem Garten? Dann haben Sie bestimmt bereits Erfahrungen mit dem Anbau von Gurken gesammelt. Manche haben beim ersten Mal Glück, während andere auf Hürden stoßen und fast geneigt sind, der Gurkenzucht den Rücken zu kehren. Doch keine Sorge, falls Sie sich in dieser Situation wiederfinden – Sie sind damit nicht allein. Tatsächlich stellt der Anbau von Gurken eine echte Herausforderung dar.

Im Vergleich zu Tomaten benötigen Gurken eine sorgfältigere Pflege und stellen höhere Ansprüche. Sie verlangen nach einem speziellen Klima, einer sorgfältigen Vorkeimung und optimalen Wachstumsbedingungen im Gewächshaus – und das alles bei einer hochwertigen, luftigen Erde.

In den nächsten Monaten führen wir Sie in die Kunst des Gurkenanbaus im Gewächshaus ein. Mit unseren bewährten Tipps wird es Ihnen bald leichtfallen, Ihre eigenen Gurken zu kultivieren. Wir zeigen Ihnen, wie einfach es sein kann, die Hürden der Gurkenzucht zu meistern.

 

März

Der Frühling ist da, und mit ihm werden die Tage allmählich länger. Früher schmolz im März der Schnee, doch der Klimawandel hat den März zu einem milden und trockenen Monat gemacht. Dies verleitet viele dazu, früher mit der Vorkultur zu beginnen. Unser wichtigster Tipp ist jedoch: Geduld beim Anbau bewahren. Nutzen Sie die Zeit stattdessen, um sorgfältig zu überlegen, welche Gurkensorte Sie wirklich anbauen möchten.

Gurkenvielfalt: verschiedene Sorten und ihre Verwendung

Die Gattung Gurke (Cucumis) besteht aus ungefähr 50 Arten, zu der auch die herkömmliche Gartengurke Cucumis sativus gehört. Die Gurke ist unter anderem mit der Melone verwandt. Das lässt sich beispielsweise daran erkennen, dass sie ähnliche Vorlieben in Bezug auf Ihre Anbauumgebung haben. So bevorzugen beide beispielsweise den wärmsten Platz im Gewächshaus – ein kleiner Hinweis darauf, wie eng diese beiden Gartenfavoriten miteinander verbunden sind.

Gurken werden seit über 3000 Jahren angebaut und stammen ursprünglich aus Indien. Aus diesem Grund liebt die Gurke Wärme. Es heißt, dass die Gurke ihrer Zeit wahrscheinlich mit den Griechen oder Römern nach Europa gekommen ist.

Es ist wichtig, dass Sie die ursprüngliche Wildgurke kennen, weil sie unseren Anbau bis heute beeinflusst. Die ursprüngliche Wildgurke ist ganz anders als die Gurken, die wir heute kennen. Die Wildgurke ist fast rund und hatte ursprünglich große Stacheln, einen bitteren Geschmack und war deswegen nicht sonderlich lecker. Heute sind die Stacheln und die Bitterkeit bei den modernen F1 Sorten so gut wie weggezüchtet.

Bei einigen Sorten ist eine Andeutung von Stacheln jedoch noch immer sichtbar. Manche Sorten können auch ein bisschen bitter schmecken, besonders wenn die Gurken nicht rechtzeitig gepflückt werden. Beides können Sie jedoch weitestgehend vermeiden, indem Sie F1 Samen wählen.

Im März ist es wichtig, dass Sie entscheiden, welche Gurkensorte Sie anbauen möchten. Überlegen Sie sich dafür, wie Sie die Gurken verwenden möchten.

Bei Gurkensorten wird unter folgenden Gurken unterschieden:

  • Einlegegurke
  • Delikatessgurke
  • Mexikanische Minigurke
  • Zitronengurke
  • Schlangengurke
  • Snackgurke
Gurkensorten im Überblick

Machen Sie sich die Eigenschaften der verschiedenen Gurkensorten im Vorfeld bewusst, damit Sie die richtige Sorte wählen können. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir hier eine Übersicht zusammengestellt, welche Gurkensorten sich wofür am besten eignen.

Einlegegurke und Delikatessgurke

Diese Gurkensorten sind nicht besonders wärmebedürftig. Sie haben beide ein kriechendes Wachstum und werden nicht im Gewächshaus, sondern im Küchengarten angebaut. Die Blätter haben eine grobe Textur und können ein bisschen stechen. Die Frucht hat auch eine gröbere Oberfläche und einige Sorten haben weiterhin eine Andeutung von Stacheln, wie ursprünglich bei der Wildgurke. Wenn die Früchte zu groß werden, schmecken sie bitter. Der Geschmack spielt jedoch eine untergeordnete Rolle, da beide Gurkensorten zum Einlegen verwendet werden.

 

Zitronengurke

Diese Gurke ist rund, gelb und hat einen säuerlichen Geschmack. Zitronengurken können für viele Zwecke verwendet werden. Manche essen sie roh, ohne Zubereitung. Sie kann auch eingelegt oder fermentiert werden. Die Sorte kann sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus angebaut werden.

Mexikanische Minigurke

Diese Gurke ist in botanischer Hinsicht eigentlich gar keine Gurke. Der lateinische Name Melothria scabra verrät, dass die Sorte nicht zur Cucumis Gattung gehört. Sie wird auch „Mexican miniature watermelon”, „Mexican sour cucumber” und „Mexican sour gherkin” genannt.

Die Mexikanische Minigurke sieht aus wie eine kleine, flach gedrückte Wassermelone, hat eine dicke und zähe Schale, und schmeckt fast wie eine Gurke. Diese Gurke wird meistens zum Einlegen verwendet, aber manche essen sie auch roh in Salaten. Die Sorte mag die Wärme im Gewächshaus, wo sie ein kletterndes und schnelles Wachstum hat.

Schlangengurke und Snackgurke

Diese zwei Sorten sind als Salatgurken bekannt, weil sie in Salaten ohne Zubereitung verwendet werden können. Der bittere Geschmack ist bei den modernen Sorten weggezüchtet. Die Snackgurke wird oft als ein Pausensnack verwendet, weil sie klein ist und perfekt in die Brotdose passt. Die Schlangengurke ist die Gurke, die wir aus dem Supermarkt kennen. Sie wird 25-30 cm lang. Salatgurken sind wärmebedürftig und müssen im Gewächshaus angebaut werden. Sie haben ein kletterndes Wachstum und müssen deswegen hochgebunden werden.

Top-Tipps für den Gurkenanbau im März

  • Wählen Sie die richtige Gurkensorte.
  • Lesen Sie genau, welche Anbaubedingungen die Gurkensorte benötigt.
  • Säen Sie die Samen erst im April.

 

April

Der April gilt als einer der geschäftigsten Monate im Gartenkalender, geprägt von spürbarem Frühlingserwachen und der wachsenden Kraft der Sonne. Doch der April kann auch unberechenbar sein, mit Tagen, die sommerlich wirken und dazu verleiten neue Pflanzen zu Säen oder Keimlinge ins Gewächshaus zu bringen. Doch Vorsicht ist geboten.

Trotz vereinzelter warmer Tage sind Frostnächte und gelegentliche Schneefälle im April keine Seltenheit. Das vorzeitige Auspflanzen vorgekeimter Pflanzen mag zwar verlockend erscheinen, beschleunigt jedoch nicht zwangsläufig ihr Wachstum. Ein zu früher Start im Gewächshaus kann die Pflanzen langfristig belasten und ihre Entwicklung während der gesamten Wachstumsphase negativ beeinflussen.

 

Gurken vorkeimen und die richtige Ausrüstung

Bald ist es so weit: Sie können mit dem Vorkeimen von Gurken im Gewächshaus beginnen. Ob Sie sich nun für Snackgurken oder Schlangengurken entschieden haben, die Wahl der richtigen Samen ist der erste Schritt zum Erfolg.

Gurken sind empfindliche Gewächse mit einem zarten Wurzelsystem und einem empfindlichen Wurzelhals, besonders anfällig für Infektionen. Deshalb ist es eine gute Idee, häufiges Umpflanzen zu vermeiden. Beginnen Sie aus diesem Grund ruhig direkt mit einem 12-cm-Topf. Gurkensamen keimen schnell, oft schon innerhalb von 7 Tagen bei korrekter Aussaat und optimaler Temperatur.

Aussaat- und Pikiererde, die mild, düngerfrei sowie fein und porös ist, eignet sich am besten für die Samen und jungen Pflänzchen. Gurken bevorzugen besonders leichte und luftige Erde. Ein Zusatz von Perlite, einem vulkanischen Gestein, das die Erde auflockert und für die Gurkenwurzeln optimale Bedingungen schafft, ist daher eine ausgezeichnete Idee. Perlite macht die Erde locker und durchlässig – ein wahres Paradies für Gurkenwurzeln. Alternativ können Sie auch fertig gemischte Erde mit Perlite-Zusatz erwerben.

Aussaat und Standortwahl

Falls Sie mit dem Vorkeimen noch nicht begonnen haben, befinden Sie sich genau im richtigen Zeitfenster. Mitte April ist der ideale Zeitpunkt, um Gurkensamen vorzukeimen.

Feuchten Sie die Erde an und formen Sie eine kleine Mulde für den Samen. Dieser sollte höchstens mit dem Dreifachen der eigenen Größe an Erde bedeckt werden. Bei einem Gurkensamen von ca. 3 mm bedeutet das eine Saattiefe von ungefähr 0,5 cm. Positionieren Sie den Samen vertikal statt horizontal, um das Fäulnisrisiko bei möglicher Überbewässerung zu minimieren.

Eine gute Regel ist es, Gurkensamen 3 bis 4 Wochen vor dem geplanten Auspflanzen zu säen. Sobald die Samen keimen, wachsen die Pflanzen zügig und dominieren bald die gesamte Fensterbank. Eine Vorkeimtemperatur von etwa 22-24°C ist optimal. Nach der Keimung benötigen die Pflanzen so viel Licht wie möglich.

Platzieren Sie die Töpfe mit den Jungpflanzen an der lichtreichsten Stelle der Fensterbank, möglichst dicht am Fensterglas. Erfahrungen zeigen, dass eine Platzierung 30-40 cm vom Glas entfernt nicht genug Licht bietet und die Pflanzen dadurch schnell lang und schwach werden.

Top-Tipps für den Gurkenanbau im April
  • Fangen Sie Mitte April mit dem Vorkeimen an.
  • Verwenden Sie keine Keimschalen, sondern säen Sie stattdessen in 12 cm Töpfe.
  • Verwenden Sie immer Aussaat- und Pikiererde (ohne Kompost) und fügen Sie Perlite hinzu.
  • Platzieren Sie Ihre Pflanzen so nah am Fensterglas wie möglich.
In den kommenden Monaten begleiten wir Sie bei Ihrem Melonenanbau. Schon bald halten wir auf dieser Seite weitere Tipps und Ratschläge für Sie parat.

Maj

Juni

Juli

August

September

 

So gedeihen Ihre Gurken

  1. Fangen Sie im April mit dem Vorkeimen an.
  2. Wählen Sie F1-Sorten, um einen bitteren Geschmack und Stacheln zu vermeiden.
  3. Pflanzen Sie die Gurkenpflanzen erst spät in das Gewächshaus.
  4. Pflanzen Sie die Gurken nicht zu tief, und sorgen Sie dafür, dass der Wurzelhals trocken, warm und frei von Erde ist.
  5. Besprühen Sie die Pflanzen täglich mit Wasser, und denken Sie dabei auch an die Unterseite der Blätter.
  6. Entfernen Sie die oberen Triebe des Hauptstammes, wenn die Pflanze ungefähr 2 Meter hoch ist.
  7. Denken Sie daran, die Pflanzen hochzubinden.
  8. Lassen Sie die Gurken nicht zu groß werden.
  9. Bewahren Sie die geernteten Gurken bei 7°C auf und getrennt von Tomaten, Äpfeln, Birnen und Bananen.
  10. Ernten Sie keine Samen für den Anbau im nächsten Jahr.

Hinweis: In diesem Artikel liegt der Fokus auf Gurken, die für den Gewächshausanbau geeignet sind.

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Der Gewächshausclub steht sowohl hinter diversen Artikeln, die über außergewöhnliche Gewächshausprojekte berichten, als auch hinter Erfahrungsberichten von Juliana-Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die ihre Erlebnisse und Anleitungen rund um das Gewächshaus teilen.

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