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Robert Smith

23 Mai 2024 14:26

Der ultimative Guide für den Gewächshausanbau in Pflanzkübeln

 

Der Anbau in Pflanzkübeln innerhalb eines Gewächshauses ist eine hervorragende Methode, um die Anbauperiode zu verlängern und die Effizienz Ihres Gartens zu steigern - egal welche Größe der Garten hat. Durch den Einsatz von Töpfen, Kisten, Pflanzsäcken, Hängekörben oder sogar alten Blechdosen können Sie unterschiedliche Zonen im Gewächshaus einrichten, um verschiedene Gemüsesorten in einer kontrollierten Umgebung zu kultivieren. Angesichts wechselhafter Wetterbedingungen bietet der Anbau in Kübeln auch einen Schutz gegen potenzielle Schäden, etwa durch Überflutungen des Gewächshauses, da die Behälter leicht bewegt werden können und die Pflanzenwurzeln oberhalb des Bodens bleiben. In diesem Artikel erörtere ich die Grundlagen für den erfolgreichen Anbau in Pflanzkübeln, einschließlich der Auswahl des idealen Substrats und der Implementierung innovativer Bewässerungs- und Drainagesysteme, um Ihre Pflanzen gesund und zufrieden zu halten.

Das richtige Substrat wählen

Für einjährige Pflanzen: Wählen Sie eine nährstoffreiche Erde, die torffreien Kompost oder Kokosfasern sowie Vermiculit oder Perlit enthält. Diese Kombination garantiert eine optimale Feuchtigkeitsspeicherung und Belüftung, was essenziell für das Gedeihen von einjährigen Pflanzen ist. Es gibt zahlreiche hochwertige Kompostvarianten, beispielsweise solche, die aus Wolle oder Gartenabfällen hergestellt werden. Es lohnt sich, verschiedene Mischungen auszuprobieren, um die ideale für Ihre Pflanzen zu finden.

Für mehrjährige Pflanzen: Wählen Sie eine dichtere Mischung, die tonigen Kompost und Erde beinhaltet. Dies sorgt für eine stabile Unterstützung und nachhaltige Nährstoffversorgung, was besonders wichtig für Zitrusbäume, Weintrauben und andere mehrjährige Früchte ist, die Sie im Gewächshaus anbauen können. Wenn die Pflanze eine dauerhafte Position im Gewächshaus einnimmt, sollte das Substrat dem natürlichen Boden ähneln, um ein Absinken des Komposts und einen schnellen Nährstoffverlust zu vermeiden.

Wasserhandhabung verbessern

Drainage: Eine angemessene Drainage ist entscheidend. Um diese zu verbessern, können Sie eine Schicht aus Tonscherben oder Kieselsteinen auf den Boden der Kübel legen. Diese uralte Technik verhindert, dass sich überschüssiges Wasser am Boden des Kübels ansammelt, sodass das Risiko von Wurzelkrankheiten verringert wird. Bei Töpfen mit eingebauten Entwässerungslöchern sorgt diese zusätzliche Schicht dafür, dass das Wasser ungehindert abfließen kann und die Wurzeln gesund bleiben. Beim Anbau in einer Metall-Wasserwanne ist es wichtig, genügend Abflusslöcher im Boden anzubringen. Bei Terrakotta-Töpfen, die langsam Wasser ablassen, kann es notwendig sein, zusätzliche Löcher zu bohren. Hierfür benötigen Sie einen speziellen Keramikbohrer, den Sie online erwerben können.  

Wasserreservoire: Einige modernen Behälter sind mit Wasserreservoiren am Boden ausgestattet, die die Bewässerung erleichtern, weil die Pflanzen nur dann Wasser aufnehmen, wenn sie es brauchen. Das ist besonders nützlich in einem Gewächshaus, wo die Temperaturen variieren können.

Wollfutter für Hängekörbe: Indem Sie Ihre Hängekörbe mit Wolle auslegen, wird die Feuchtigkeit effektiv gespeichert und diese dann allmählich an die Pflanzen abgeben, gerade dann, wenn sie es benötigen. Diese Methode eignet sich hervorragend für Pflanzen, die viel Wasser benötigen, wie Tomaten und Gurken, da sie dadurch länger hydratisiert bleiben, ohne dass sie ständig gegossen werden müssen. Eine zusätzliche Schicht Wolle am Boden der Töpfe kann zudem die Ablaufgeschwindigkeit verringern, wodurch den Pflanzen mehr Zeit bleibt, das Wasser aufzunehmen und Sie gleichzeitig Wasser sparen können.

Wasserkristalle: Durch das Einmischen von Wasserkristallen in die Blumenerde lässt sich die Wasserspeicherfähigkeit signifikant steigern. Diese Kristalle nehmen Wasser auf, quellen auf und versorgen die Erde kontinuierlich mit Feuchtigkeit, wenn sie zu trocknen beginnt. Sie sind besonders nützlich für Behälterpflanzen, die schnell austrocknen, da sie die Häufigkeit der Bewässerung reduzieren.

Tropfsysteme: Diese Bewässerungssysteme umfassen Sprinkler, Tropfer und Sprüher, die sich für den Einsatz in allen Arten von Behältern eignen und das Wasser direkt dorthin leiten, wo es am meisten gebraucht wird. Die Systeme können an einen Gartenschlauch oder eine Regentonne angeschlossen werden und funktionieren teilweise sogar solarbetrieben, was sie ideal für den Einsatz in Schrebergärten oder ähnlichen Anlagen macht.

Nährstoffversorgung: Pflanzen, die in Behältern angebaut werden, sind hinsichtlich ihrer Nährstoffversorgung auf Sie angewiesen. Verwenden Sie alle zwei Wochen während der Wachstumsperiode einen ausgewogenen, wasserlöslichen Dünger. Für mehrjährige Pflanzen kann ein Langzeitdünger sinnvoll sein, der bis zu sechs Monate Nährstoffe liefert. Alternativ können Sie eigenen Flüssigdünger herstellen, indem Sie Beinwellblätter in einem alten Kopfkissenbezug in Wasser einweichen lassen. Verdünnen Sie dieses Konzentrat im Verhältnis 1:10 mit Wasser, bevor Sie es verwenden. Dies trägt zu einer reichen Gemüseernte bei. Falls Ihnen dies zu aufwendig ist, können Sie auch Brennnesselblätter als Mulch verwenden. Diese zersetzen sich schnell, ernähren Ihre Pflanzen und helfen gleichzeitig, die Wasserverdunstung zu minimieren. Alternativ könne Sie den Dünger auch kaufen, falls Sie keine eigene Mischung herstellen möchten.

 

 

Platzsparende Anbautechniken

Hängekörbe: Der Anbau von Tomaten und Gurken in Hängekörben ist eine ausgezeichnete Methode, um Raum zu sparen und ungenutzte Bereiche effektiv zu nutzen. Wählen Sie dabei Sorten aus, die kleinere Früchte tragen, um sicherzustellen, dass die Körbe das Gewicht halten können. Es gibt eine Vielzahl an Tomatensorten in Rot, Gelb, Orange oder sogar mit Streifen, die sich für Hängekörbe eignen. Einige Gurkensorten sind ebenfalls passend, vorausgesetzt die Körbe sind mindestens 30 cm breit und 20 cm tief. Denken Sie daran, Materialien wie Wolle oder Wasserkristalle einzusetzen, um ein zu schnelles Austrocknen zu verhindern.

Unterpflanzung: Nutzen Sie den Raum unter Ihren Tomatenpflanzen, indem Sie Basilikum oder Ringelblumen dort pflanzen. Diese können nicht nur den Geschmack der Tomaten verbessern, sondern auch Schädlinge fernhalten. Dieser sonst ungenutzte Raum bietet sich hervorragend an, um Basilikum für italienisch inspirierte Gerichte anzubauen. Kleine Chilis oder verschiedene Kräuter sind ebenfalls eine gute Wahl, um die Vielfalt im Gewächshaus zu erhöhen und den verfügbaren Platz optimal zu nutzen.

 

 

Durch den Anbau in Kübeln und anderen Behältern können Sie eine reichhaltige Ernte erzielen und eine Vielfalt von Pflanzen an einem Ort kultivieren, selbst wenn diese unterschiedliche Ansprüche haben. Ihr Gewächshaus wird üppig und produktiv, wenn Sie das passende Substrat wählen und innovative Lösungen für Bewässerung und Drainage einsetzen sowie den vorhandenen Platz bestmöglich ausnutzen.

 

Photos: Smith & Darren Lakin

Om Robert Smith

Rob ist ein erfahrener Gärtner, spezialisiert auf den Anbau von essbaren Pflanzen. Er schreibt nicht nur für mehrere britische Garten Magazine, sondern ist auch regelmäßig im Fernsehen oder Radio vertreten, und teilt seine Passion für den Eigenanbau auf den sozialen Medien (@robsallotment). Abgesehen von seinen öffentlichen Auftritten, arbeitet Rob mit mehreren bekannten Gartenbauunternehmen in Großbritannien zusammen, sowie Suttons, Thompson & Morgan, Dobies, und The Organic Gardening Catalogue, um neue und aufregende Früchte, Gemüse und Blumen zu entwickeln, die in Gartencentern in Großbritannien sowie ganz Europa lanciert werden. Zuhause ist Rob stehts in seinem Küchengarten zu finden – egal bei welchem Wetter und immer in Begleitung seiner treuen Gefährten Nipper und Reggie.

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