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Lars Lund

08 Sep 2020 15:32

Im Bann der Pfingstrosen

Pflanzen des Südens, die auch frostige Winter überdauern.

 

Sie kennen das wahrscheinlich: Sie haben eine Reihe von Pflanzen des Südens in Ihrem Gewächshaus stehen und dann kommt der Winter. Nun brauchen diese Pflanzen Wärme, und Sie müssen sich um ein Pflanzenhotel kümmern, wo Ihre Pflanzen im Warmen überwintern können. Das ist bei Pfingstrosen nicht der Fall - die vertragen kalte Winter.

 


Die japanische Strauchpfingstrose (Yaezakura) hat einen schönen Duft.

 

Foto. Allan Høxbroe

 

 

Der dänische Wissenschaftsjournalist, Fotograf und Redakteur Allan Høxbroe hat sich vor vielen Jahren in Strauchpfingstrosen verliebt und konnte sich seinen Garten ohne sie nicht mehr vorstellen. Pfingstrosen sind außerdem viel leichter zu pflegen, als viele denken, sagt Allan Høxbroe und betont eine weitere Qualität der Pfingstrosen, nämlich dass sie überall gedeihen, sowohl auf der Terrasse in Töpfen als auch in kleineren Reihenhausgärten oder in großen Gärten mit viel Platz.

 

Die Geschichte der Strauchpfingstrose reicht mindestens 2000 Jahre zurück. Somit gehört die Pfingstrose zu einer der ältesten gezüchteten Zierpflanzen. Ursprünglich kommt die Pfingstrose aus China, wo sie bis heute als die Blume des Glücks bekannt ist. Die Blume ist außerdem ein beliebtes Motiv für chinesische Blumengemälde. Erst um 1800 kam die Pfingstrose nach Europa, wo besonders die Wurzeln der Pflanze in der Medizin verwendet wurden, und sich vor allem die Franzosen für die Züchtung der Pfingstrose interessierten.

 

 

Für unser heimisches Klima eignet sich vor allem die Rockii Pfingstrose. Die Rockii Pfingstrose gibt es in den Farben Weiß bis Rot und immer mit schwarzen Punkten am inneren Teil der Blütenblätter.

 

Foto: Allan Høxbroe

 

Es gibt 8 verschiedene Arten von Strauchpfingstrosen. Die besten Pfingstrosen für heimische Gärten hier zu Lande sind laut Allan Hxbroe die Rockii-Hybriden, die es in jeder Baumschule gibt. Sie vertragen extreme Minusgrade, können bis zu 1,5 Meter hoch werden und sind außergewöhnlich schön, mit Blumen so groß wie Untertassen. Am besten pflanzt man die Pfingstrose im Oktober in trocknen und durchlässigen Boden. Ihre Blüten gibt es in den Farben Weiß, Rosa, Rot oder Violett, immer mit schwarzen Punkten am inneren Teil der Blütenblätter.

 

In den letzten Jahren wurde mit Begeisterung eine weitere Art der Strauchpfingstrosen entdeckt – die Lutea-Hybriden, die besonders mit ihren gelben Blüten imponieren. Die Blüten sind so groß wie Teetassen und ebenfalls in anderen wunderschönen Farbnuancen erhältlich. Denken Sie daran die Pfingstrosen in durchlässigen Boden zu pflanzen, vorzugsweise mit Kies oder Sand darin, oder in ein abschüssiges Blumenbeet, damit das Wasser ablaufen kann.

 

 

Paeonia Ludlowii ist eine der schönen Pfingstrosen, die für Töpfe geeignet ist.

 

Foto: Allan Høxbroe

 

Es gibt ein paar wilde Pfingstrosenarten, die perfekt in den Garten passen: Paeonia Ludlowii ist die größte von allen und wird circa 2,5 Meter hoch. Diese sollte jedoch in der Nähe eines Hauses mit einem warmen Keller platziert werden, damit sie den Winter übersteht. Die Blüten der Paeonia Ludlowii sind von einem satten gelb in der Größe von Kaffeetassen.

 

Eine andere wilde und frostverträgliche Pfingstrose ist die Paeonia Delavayi, die 1,5 Meter hoch wird und meist dunkelrote, rot orangene oder zweifarbige Blüten hat, und mit etwas Glück auch in Gelb zu finden ist.

 

Die alten Arten der Paeonia x Suffruticosa vertragen im Winter keine feuchten Gebiete. Zhu-Sha-Lei und einigen anderen macht Feuchtigkeit jedoch nicht so viel aus.

 

Foto: Allan Høxbroe

 

Schließlich gibt es noch die große Gruppe der traditionellen Pfingstrosen, die sich gut für die regnerischen Wintern hier zu Lande eignen. Diese sogenannten Suffruticosa-Sorten sind sehr beliebt, obwohl sie nicht sehr alt werden. Dafür sind sie einfach zu pflegen und eignen sich auch für Kübel und Töpfe, mit denen man im Sommer den Garten schmücken kann. Zur Überwinterung ziehen sie dann einfach ins Gewächshaus um.

 

Baumpfingstrosen wachsen hier in einem alten Weinfass. Dies ist ein Zhu-Sha-Lei aus dem Garten von Allan Høxbroe.

 

Foto: Allan Høxbroe

 

Viele Pfingstrosenarten können in Weinfässern oder anderen Kübeln das ganze Jahr über draußen stehen. Hier zu Lande gibt es selten Frost, der die Pfingstrosen wirklich gefährdet, und trotzdem ist das Risiko bei einigen Arten ihre Knospen zu verlieren höher als bei anderen. Wenn die Pfingstrose ihre Knospen verliert, liegt das oft daran, dass die Pflanze zu viel Morgensonne abbekommt, während der Boden und die Wurzen noch gefroren sind, und die Pflanze so die Knospen nicht mit ausreichend Wasser versorgen kann.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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