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Lars Lund

08 Sep 2020 15:32

So baut man süße Pfirsiche und Nektarinen an an

Südländische Früchte sind nicht nur den wärmeren Regionen vorbehalten. Auch hier bei uns können beispielsweise Pfirsiche und Nektarinen angebaut werden. Der Pfirsich kann wunderbar draußen an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand wachsen, während Nektarinen etwas mehr Wärme benötigen und deshalb im Gewächshaus stehen sollten.

 

 

Pfirsich und Nektarine sind die flaumige und glatte Form derselben Frucht und stammen aus China.

Die größte Herausforderung der beiden Fruchtbäume ist, dass sie leicht an der Kräuselkrankheit erkranken können. Das ist eine Krankheit, die dazu führt, dass sich die Blätter kräuseln. Außerdem beeinträchtigt sie den Ertrag negativ. Hierbei sind die neueren Sorten jedoch weniger anfällig als die älteren Sorten.

Der Krankheit kann vorgebeugt werden, indem man bis zum 1. Mai vermeidet, dass sich Wasser bzw. Wassertropfen an Blättern und Knospen ansammeln. Dies lässt sich ganz einfach vermeiden, indem man die Pflanzen in dieser Zeit im Gewächshaus oder unter einem schützenden Dachüberstand platziert.

Fast alle Sorten sind selbstbestäubend, sodass man sich in der Regel mit einer Pflanze zufriedengeben kann. Selbstbestäubung bedeutet jedoch nicht, dass die Blüten unbedingt von selbst bestäubt werden. Man sollte mit Watte oder einer weichen Bürste etwas nachhelfen, denn oft sind zu Beginn der Blüte zu wenig Insekten im Gewächshaus. Draußen im Garten ist das jedoch kein Problem.

 

Das Ausdünnen der Äste

Das Schneiden der Pfirsich- und Nektarinenbäume ist wichtig. Wenn die Triebe zu dicht wachsen, können die Insekten die Blüten nicht bestäuben. Die Bäume sind äußerst schnittempfindlich und sollten daher nicht im Winter, sondern erst nach der Ernte geschnitten werden. Andernfalls besteht die Gefahr einer Baumkrebsinfektion. Im Laufe des Sommers sollten die dünnen Zweige ausgedünnt werden. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man beim Schneiden auf eine Art Fächerform hinarbeitet. Das ist jedoch kein Muss und kann schwierig sein, wenn der Baum bereits eine andere Form hat. Nach dem Pflanzen im Frühjahr werden alle Haupttriebe um ein Drittel zurückgeschnitten. Im Laufe des Sommers erscheinen neue Triebe an den Hauptästen. Diese sollten so hochgebunden werden, dass ein Spalier oder Fächer entsteht. Wenn viele Triebe vorhanden sind, sollten einige davon entfernt werden, ein oder zwei Blätter sollten jedoch übrigbleiben.

Es ist wichtig, dass Luft zwischen die Zweige gelangt.

Die Triebe und Hauptäste, die man jetzt behalten möchte, werden über dem 4. Blatt abgeschnitten, jedoch erst, wenn sich mindestens 8 Blätter gebildet haben. Ansonsten entstehen wieder nur neue Seitentriebe.

Damit ist das Schneiden für dieses Jahr erledigt. Im nächsten Sommer (und vielleicht auch noch einige Zeit danach) werden neue Triebspitzen wieder auf vier Blätter zurückgeschnitten. Neue Verzweigungen der Seitentriebe werden nach dem ersten Blatt abgeschnitten. Darüber hinaus sollten die Äste, für die kein Platz ist, entfernt werden. Gleichzeitig sollte man es nicht übertreiben - übermäßiges Zurückschneiden kann zu Obstbaumkrebs führen.

 

 

Platz für die Früchte

Die Früchte wachsen oft dicht beieinander. Der Abstand zwischen den Früchten sollte optimal jedoch zehn Zentimeter betragen. Man sollte mit dem Ausdünnen warten, bis die Früchte einige Zentimeter groß sind, denn manche Früchte werden nicht bestäubt und fallen von selbst vom Baum. Die Früchte müssen reif sein, bevor sie geerntet werden können, das heißt im Gewächshaus kann man ungefähr im Juli ernten und im Freien Ende August, oder wenn sich die Früchte weich anfühlen.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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