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Nanna Stærmose

10 Mrz 2021 15:27

Von Petersilie im Sturm und Erfolgsgeheimissen

Die Petersilie hat überlebt! - Trotzdem war es äußerst gefährlich zu vergessen das Gewächshaus ordentlich zu befestigen.

 

Text & Foto: Nanna Stærmose

 

Es war Samstagmorgen, im Stadtteil Østerbro in Kopenhagen fegte der Wind durch die Straßen, und ich freute mich auf einen ruhigen und entspannten Morgen mit Jazzmusik und Kaffee.

 

Dann gab es einen lauten Knall vom Balkon.

 

"Hoffentlich war das nicht unser Gewächshaus", sagte meinem Freund. Im selben Moment fiel mir ein, dass ich unser Juliana Balcony nicht am Geländer befestigt hatte, wie es eigentlich in der Montageanleitung beschrieben wurde, damit es auch bei Wind und Wetter sicher steht.

 

Während mein Freund Kaffee kochte, öffnete ich die Balkontür - und da lag es. Nicht nur das Gewächshaus, sondern auch meine Petersilie. Der Topf war zerbrochen und die Erde, vermischt mit Glasscherben, über den halben Balkon verteilt. Schnell rettete ich die Petersilie nach drinnen und stellte unser Balkongewächshaus wieder auf. Zu meiner großen Überraschung war es, bis auf eine einzige zerbrochene Scheibe an der Seite, heile geblieben. Die Vorderseite, auf der das Gewächshaus gelandet war, hatte nicht einen Kratzer.

 

Die Petersilie sah hingegen kläglich aus und tat mir richtig leid. Schließlich hatte ich sie kontinuierlich gepflegt, mit ihr gesprochen und mich mit großer Hingabe um sie gekümmert, sodass sie trotz des dunklen und stürmischen Wetters ordentlich gewachsen war. Und nun endete es doch mit einem Sturz, nur weil ich mich nicht richtig mit der Sicherheit befasst hatte.

 

Die anderen Pflanzen, die ich im Zuge meines Winteranbauprojektes im kleinen Balkongewächshaus angepflanzt hatte (Tomaten und Chili), hatten den Sturz glücklicherweise gut überstanden. Ich musste mir jedoch eingestehen, dass ich ihre Pflege in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt hatte.

Zu Anfang hatte ich noch daran gedacht meine Nachbarn zu bitten, die Pflanzenleuchte ein- und auszuschalten, wenn ich ein paar Tage nicht zu Hause war (ich habe leider keine Zeitschaltuhr). Mittlerweile waren die Pflanzen jedoch mehr oder weniger sich selbst überlassen. Und mein Ehrgeiz, Anleitungen und guten Empfehlungen zu folgen, die Pflanzen regelmäßig zu düngen und die Blätter auf der Unterseite auf Schädlinge zu untersuchen, hatte ebenfalls nachgelassen.

 


Die etwas mitgenommene Petersilie ist mittlerweile wieder in einem Topf und auf dem Weg der Besserung.

 

Trotzdem sind alle meine Pflanzen noch am Leben. Sie haben weder Schädlinge bekommen noch sind sie vertrocknet und darüber bin ich sehr froh. Einer der Gründe, warum ich überhaupt mit dem Anbau von Wintergemüse begonnen habe, ist, dass man mir versichert hat, dass es einfach ist und die Pflanzen im Winter kaum Wasser oder Pflege benötigen. Ich finde auf jeden Fall, dass ich mit meinem Projekt im Großen und Ganzen äußerst erfolgreich war - zumindest, wenn ich mir die Pflanzen ansehe und meinen ursprünglichen Ehrgeiz ein wenig links liegen lasse.

 

Vielleicht ist genau das das Erfolgsgeheimnis – sich ein wenig von den ursprünglichen Erwartungen zu lösen und den Erfolg stattdessen an dem tatsächlich vorgenommenen Einsatz zu messen.

Natürlich bin ich erst im Ziel, wenn auf den kleinen grünen Zweigen Tomaten und Chilis erscheinen, aber ich glaube daran. Die Petersilie wurde von allen Glasscherben befreit und mit neuer Pflanzenerde versehen. Das Gewächshaus ist derzeit mit einer alten Hundeleine befestigt.

Es ist also alles wieder im Lot.

 

Der Anbau von Wintergemüse



Der Anbau von Wintergemüse ist populär geworden, denn es ist durchaus möglich auch in der dunklen Jahreszeit beispielsweise Kohl, Radieschen und Tomaten anzubauen. 
Mehr dazu finden Sie auf Gewaechshausclub.de 

 

Lesen Sie beispielsweise folgende Artikel:

 

Oh nein, ich überfordere meine Pflanzen!!!

Mein Mangold hat es leider nicht geschafft – Tipps für den Winteranbau

Om Nanna Stærmose

Freiberufliche Journalistin aus Dänemark.

Nanna ist die Autorin der vielen Artikel des Gewächshausclubs. Nanna besucht glückliche Gewächshausbesitzer und erzählt ihre Geschichten, sowohl über traditionelle Anbauprojekte als auch über die kreative Nutzung ihres Gewächshauses.

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