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Lars Lund

08 Sep 2020 15:32

Das Gewächshaus im Januar – Hell, aber noch nicht hell genug

Wir haben ein neues Jahr begonnen und ein altes hinter uns gebracht. Weinachten im Gewächshaus war sehr gemütlich mit knisterndem Feuer im Kachelofen, Weihnachtsgebäck und heißem Glühwein. An solchen Tagen ist es schön draußen und gleichzeitig drinnen zu sein.

Was wird uns wohl der Januar bieten? Januar ist der Monat, in dem alles stillsteht, oder etwa nicht? Im Januar geben auch die Zwiebeln in ihren Töpfen die ersten Lebenszeichen von sich, und man kann die ersten frischen Kräuter ernten, die unter dem wärmenden Gewächshausglas gedeihen. Kräuter kann man tatsächlich in allen Monaten ernten und je näher wir dem Winter kommen desto frischer schmecken sie. Das liegt vielleicht daran, dass kaum etwas anderes wächst, außer vielleicht der Kohl.

 

Eines meiner Gewächshäuser wurde im Dezember für kleine Weihnachtsfeiern und zu Silvester zum Sektempfang genutzt. In den Weihnachtstagen war das Gewächshaus ein warmer Aufenthaltsort, mit leckerem Gebäck und Glühwein, und zu Silvester konnten wir auf das neue Jahr anstoßen und warm und geschützt das Feuerwerk genießen.

 

Die Weihnachtselfen machten es sich in einem Pflanzkorb gemütlich.

 

 

Der Sommer beginnt schon jetzt

Im Januar beginnen einige Enthusiasten bereits mit der Aussaat von den vielen Sommerblumen, die später in den Garten gepflanzt werden sollen, oder auch mit der Aussaat von beispielsweise Chili. Im Gewächshaus ist das möglich, aber es sollte zusätzlich erwärmt werden. Deshalb kann es sich lohnen mit der Vorkeimung vorerst auf dem Fensterbrett zu beginnen, um die Energiekosten zu sparen, und stattdessen zusätzliche Lichtquellen aufzustellen. In den letzten Jahren gab es eine große Entwicklung im Bereich der LED-Lichter, die sich besonders gut für Pflanzen eignen. Die Preise sind ebenfalls gefallen, auch wenn diese speziellen Lampen noch immer zu den teureren Lichtquellen gehören. Dennoch kann sich eine Investition lohnen, besonders um den Vorkeimungsprozess zu beschleunigen. Später kann das Licht dann beispielsweise für Tomatensamen genutzt werden.

 

Diese Tomaten sind aus einer Zeit, in der man Neonlicht in besonderen Farben genutzt hat, um das Wachstum zu beschleunigen. Das Neonlicht hat funktioniert, doch die Pflanzen wurden häufig nicht so grün wie in der Natur. Mit LED-Licht ist das kein Problem – die Pflanzen bekommen ihre natürliche Farbe, zeigt die Erfahrung.

 

 

Ausreichend Licht

Obwohl wir helleren Zeiten entgegen schreiten, kann es eine Herausforderung sein das Fensterbrett mit ausreichend Licht zu versorgen. Weder März noch April bieten genug Licht für die Pflanzen. Deswegen ist es notwendig zusätzlich künstliches Licht zu benutzen. Es kann jedoch eine ganze Wissenschaft sein, die richtige Lichtzusammensetzung für die Pflanzen zu finden.

Pflanzen benötigen Licht zur Fotosynthese und benutzen am häufigsten Licht vom roten oder blauen Spektrum. Pflanzen sind grün, weil sie ein Teil des grünen Lichtes reflektieren und das restliche Licht in sich aufnehmen.

Einfach und günstig

Die einfachste Methode, um mehr Licht zu bekommen, ist sich ein Leuchtstoffrohr mit der Farbennummer 83 oder 31 anzuschaffen. Man kann z.B. die Pflanzen in ein großes Aquarium stellen und das Licht in der Armatur des Aquariums montieren. Das Licht sollte zwischen 12 bis 16 Stunden am Tag eingeschaltet sein.

Herkömmliche Glühbirnen, verschwinden langsam, aber sicher vom Markt, und bieten in Bezug auf Pflanzen unvorteilhaftes Licht und erzeugen häufig zu viel Wärme. Eine Glühbirne verwendet tatsächlich nur 7% ihrer Energie für Licht, während die restliche Energie Wärme erzeugt. Energiesparbirnen geben nicht genug Licht und auch nicht das richtigen Farbspektrum, um den Pflanzen gute Wachsbedingungen zu bieten.

Natriumhochdrucklampen erzeugen gelbliches Licht, wie man es von Straßenlaternen und großen Gewächshäusern kennt. Diese Lampen sind sehr effektiv, können aber nicht alleine die optimalen Bedingungen schaffen. Deshalb nutzen gewerbliche Gärtner zwei verschiedene Lampen, eine für das Wachstum und eine für die Blüte. Natriumhochdrucklampen sind auch sehr kostspielig und die Effektivität lässt nach, desto länger sie verwendet werden.

Heutzutage wird LED-Licht in vielen gewerblichen Gewächshäusern verwendet und ist auch bei Hobby-Gärtnern beliebt. LED-Licht verbraucht weniger Energie als andere Lichtquellen, und bietet darüber hinaus die Möglichkeit das richtige Lichtspektrum einzustellen.

Falls Sie mehr über die LED-Beleuchtung lesen möchten, googlen Sie einfach „LED für Pflanzen“. So finden Sie zahlreiche Unternehmen, die LED-Licht für Pflanzen vertreiben, aber auch Erfahrungsberichte von anderen Gewächshausbesitzern, die Ihnen bei Ihrer Wahl helfen können.

 

 

Um ebenfalls so große und schöne Chilischoten zu bekommen, muss man früh mit dem Anbau beginnen.

Om Lars Lund

Dänischer Gartenexperte & Gartenjournalist

Lars beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gärten und Gewächshäusern. Lars hat diverse Bücher über Gewächshäuser veröffentlicht und an einer Reihe von Gartensendungen des dänischen Fernsehsenders „TV2 Fyn” teilgenommen. Lars ist ein wandelndes Gartenlexikon und kann jegliche Fragen zum Gartenbau beantworten - sowohl in Bezug auf grundlegende als auch kompliziertere Projekte.

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