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Drivhusklubben

08 Sep 2020 15:33

„Jedes Jahr denke ich: Dieses Jahr bekommt das Gewächshaus meine volle Aufmerksamkeit“


Die Motivation war groß als Thomas Skov im Frühjahr damit begann in seinem kleinen Gewächshaus etwas anzupflanzen. Seitdem hat die Motivation ein wenig nachgelassen. 

 

Text: Nanna Stærmose

Foto: Thomas Skov

 

Sein größter Erfolg war eine Gurkenpflanze im Jahr 2016, und seine größte Gewächshausniederlage bescherte ihm der Sommer im Jahr 2018. Der dänische Journalist und Radio- und TV-Moderator Thomas Skov liebt sein kleines Gewächshaus auf dem Balkon, muss aber gestehen, dass er manchmal mit seiner Motivation zu kämpfen hat.

Motivation ist eine vertrackte Angelegenheit. Auf der einen Seite gibt Motivation einem den Auftrieb, um Ambitionen in Taten umzusetzen. Anderseits kann Motivation genau dann in Überforderung umschlagen, wenn man gerade voller Ekstase mit allem möglichen begonnen hat und mitten in einem Projekt steckt, sodass das ganze Vorhaben ins Stocken gerät.

Der Gewächshaus-Club hat mit dem Journalisten und TV-Moderator Thomas Skov, über diese Ekstase gesprochen, die er jeden Frühling erlebt, wenn er mit dem Anbauen im Gewächshaus beginnt, und wieso es so schwer ist die Motivation und das Engagement am Leben zu halten.

„Jedes Jahr denke ich: Dieses Jahr ist das Jahr, in dem das Gewächshaus meine volle Aufmerksamkeit bekommt, und in dem ich die unterschiedlichsten Pflanzen anbaue,“ sagt er.

Aber ein paar Monate nach Beginn in der Saison 2020, muss er sich eingestehen, dass es auch in diesem Jahr nichts wird.

„Mir fällt es schwer meine Motivation aufrecht zu halten. Plötzlich vergesse ich die Pflanzen zu gießen, und das geht ja nicht.“

Alle Gewächshausbesitzer wissen, dass man den Kurs verlässt, sobald man vergisst die Pflanzen zu gießen. Thomas Skov ist also schon mitten im Sommer vom Gewächshauskurs abgekommen.

Im Jahr 2018 sind fast alle seine Pflanzen eingegangen, weil die Familie für anderthalb Monate im Urlaub war. „Es war ein armseliger Anblick als wir zurückkamen, und wahrscheinlich mein bisher größter Misserfolg.“

Gott sei Dank gibt es ab und zu auch Erfolgserlebnisse. So war es auch vor kurzem, als er seine Nachbaren beim jährlichen Straßenfest mit seinem Rosmarinsirup beeindruckte.

„Die anderen fanden es großartig, dass ich meinen hausgemachten Rosmarinsirup mitgebracht habe. Das gibt einem wieder mehr Selbstvertrauen,“ sagt er und beschreibt die vielen Vorteile einer Rosmarinpflanze – z.B., dass sie nicht so leicht verdorrt.

 

 

„Wären es meine Kinder, wären sie längst entfernt worden“

Thomas Skov wurde durch verschiedene TV-Programme im dänischen Fernsehen bekannt und hat außerdem Radioprogramme und Podcasts moderiert und ein Buch über das Vatersein geschrieben. Privat ist er mit Emilie verheiratet. Gemeinsam haben die beiden zwei Kinder, Ellen und Otto. Man kann also sagen, dass Thomas Skov viel um die Ohren hat. Ist denn dann wirklich Zeit, sich auch noch um Pflanzen zu kümmern?

Dabei ist anscheinend gar nicht das Zeitmanagement die Herausforderung, sondern es geht vielmehr darum das Interesse beizubehalten. Und vielleicht geht es auch ein wenig darum, dass die Konsequenzen nicht so fatal sind, wenn man sich mal nicht ausreichend kümmert.

„Falls ich das gleiche Verhalten im Umgang mit meinen Kindern zu Tage legen würde, dann hätte sich das Jugendamt schon längst eingeschaltet.“

Die Pflanzen bekommen zwar Liebe und Aufmerksamkeit, jedoch mit Unterbrechungen. Bei seinen Kindern ist das selbstverständlich anders – die bekommen kontinuierliche und zuverlässige Liebe und Fürsorge.

„Vielleicht sollte ich versuchen meine Pflanzen ebenfalls als meine Kinder zu betrachten.“  

 

 

Im Jahr 2016 hatte Thomas Skov sein bisher größten Gewächshauserfolg – eine Gurkenpflanze.

 

Zeit für die Gurke

Ein großes Erfolgserlebnis gab es jedoch – abgesehen vom Rosmarinsirup. Im Sommer 2016 hatte Thomas Skov, wie er selber sagt, seinen bisher größten Gewächshauserfolg – eine Gurke. Er hatte ein paar Samen, von denen niemand so genau wusste, was sie eigentlich waren, eingepflanzt und als sie aus der Erde kamen, zeigte sich, dass es eine Gurkenpflanze war. Unter behutsamer Pflege wuchs sie riesengroß, und als die Familie wegfuhr, um in einem Sommerhaus Urlaub zu machen, kam die Gurke mit.

„Wir hatten ein paar wirklich gute Monate zusammen. Sie wurde groß und schön – ich habe sie fotografiert und auf den Sozialen Medien geteilt. Ich bekam viele positive Rückmeldungen.“

Abgesehen von den positiven Rückmeldungen aus dem Internet bereicherte die Pflanze die Familie mit vielen Gurken. Als der Sommer langsam zu Ende ging, war die Pflanze so groß, dass sie unmöglich mit zurück nach Hause kommen konnte. Sie wurde im Ferienhaus zurückgelassen, doch ihre Samen gibt es noch immer und sorgen vielleicht bald für einen weiteren Gewächshauserfolg. In Thomas Skovs Obhut wächst in diesem Jahr auf jeden Fall wieder eine Gurkenpflanze, die viel Aufmerksamkeit bekommt. Aber gleichzeitig wachsen auch der Rosmarin und ein paar Tomatenpflanzen, und die Frage ist, ob genügend Engagement da ist, um die Pflanzen in dieser Saison am Leben zu halten?

„Vielleicht möchte ich in Wirklichkeit zu viel.“

Thomas Skov hat überlegt, was seine Motivation aufrechterhalten könnte. Einer der großen Herausforderungen ist das Gießen. Das ist zurzeit schwierig, da er ein kleines Gewächshausmodell besitzt – ein City Greenhouse von Juliana und die Gießkanne zu groß ist, um alle Pflanzen zu erreichen.

„Es ist mühsam, und wenn etwas mühsam und schwer wird, beeinflusst es meine Motivation in eine negative Richtung.“

Vielleicht ist extra Zubehör mein Weg zum Erfolg im Gewächshaus. Thomas Skov bezeichnet jedenfalls die Tatsache, dass man ständig neues Zubehör für das Gewächshaus kaufen kann, als einen Vorteil.

„Vielleicht sollte ich mich in Wirklichkeit auf mehr Zubehör konzentrieren. Ich glaube, dass ich damit anfangen werde, eine kleinere Gießkanne zu kaufen.“   

5 Gedankenanstöße zum Gewächshaus von Thomas Skov

 

  1. Das Gewächshaus ist mein Reich, und der einzige Raum, wo meine Frau Emilie nichts zu sagen hat.

  2. Es ist ein tolles Gefühl, wenn etwas gut gelingt, wie z.B. mein Rosmarinsirup.

  3. Mein Gewächshaus ist wie ein Gewinnspiel, das der ganzen Familie zugutekommt, wenn es gelingt. Alle können sich dann an der Ernte erfreuen. Würde ich mich für Comicbücher interessieren, würde das nur mir selbst zugutekommen.

  4. Es ist ein Hobby, für das ich mir eine Menge an Ausrüstung anschaffen kann, aber ohne, dass es anstrengend wird – z.B. brauche ich keine bestimmte Kleidung, wie ich sie zum Rennradfahren bräuchte. Dann müsste ich enge Bekleidung tragen – und hier kann ich in entspannten Klamotten mein Hobby ausleben.

  5. Das Gewächshaus ist ein Hobby, dass keine besondere Form von Diät verlangt. Tatsächlich kann es ohne Probleme in Gesellschaft und mit Alkohol ausgeübt werden. Das sehe ich als ein großes Plus.

 

Hier erfahren Sie mehr über Thomas Skov (diese Webseiten und der Podcast sind auf Dänisch):

Seine Homepage 

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Hören Sie sich seinen Podcast an

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Juliana City Greenhouse
 

Das Gewächshausmodell City Greenhouse ist Teil der Juliana Urban Serie, die für den Stadtraum und Balkone entwickelt wurde. Das kleine Gewächshaus auf Rädern kann überall als kleines Pflanzenlaboratorium benutzt werden, in dem man Pflanzen anbauen und mit ihnen experimentieren kann.


Hier erfahren Sie mehr über das Gewächshausmodell City Greenhouse