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Udkansk v/ Nanna & Frederik

13 Sep 2021 15:42

Gewächshaussaison 2021 – ein Fazit

In diesem Artikel geht es um die Erfahrungen, die Frederik vom Instagram Profil Udkansk im Laufe seiner ersten Gewächshaussaison gesammelt hat. Beispielsweise, wie viele Tomatenpflanzen in einem Haushalt mit zwei Personen benötigt werden.

2021 war unser erstes Jahr mit einem Gewächshaus hier im Garten. Das war eine echte Freude und wir haben viel gelernt. Vieles ist sehr gut gelungen, doch es gibt auf jeden Fall auch Dinge, die wir nächstes Jahr anders machen wollen. 

Das Gewächshaus war für mich zunächst vor allem ein Ort, an dem die Freude am Gartenbau ausgelebt werden sollte, und ich konnte Nanna schnell überzeugen, dass das Gewächshaus in erster Linie den Pflanzen vorbehalten ist. Doch ich bin klüger geworden: Das Gewächshaus bietet viel mehr als nur einen einzigartigen Ort, um Pflanzen anzubauen. Nachdem wir unzählige Abende mit Kartenspielen, Abendessen und Wein in toller Gesellschaft verbracht haben, musste ich feststellen, dass das Gewächshaus ebenso ein Aufenthaltsraum ist. Natürlich schließt das eine das andere nicht aus, aber da das Gewächshaus "nur" 13 Quadratmeter groß ist, mussten wir mehr Platz schaffen, sodass wir einige meiner vielen Töpfe aus dem Gewächshaus verbannen mussten. Es ist wichtig genügend Platz zu schaffen, sodass man sich frei bewegen und bequem um den Tisch sitzen kann, ohne Äste und Blätter im Gesicht zu haben.  Eine Möglichkeit, sowohl Geräumigkeit als auch Intimität zu erreichen, besteht darin, das Gewächshaus von außen, statt von innen zu bepflanzen. Hierfür eignen sich beispielsweise Sträucher, kleine Bäume, Weinreben oder hohe Stauden. Bisher haben wir auf der einen Seite des Gewächshauses ein paar Pflanzkästen gebaut und auf der anderen Seite eine immergrüne Thuja-Hecke gepflanzt, um uns von der Außenwelt abzuschirmen. Indem man sich die umliegende Bepflanzung auch im Gewächshaus zu nutzen macht, erhält man die gewünschte Gemütlichkeit, auch ohne den Platz im Inneren einbüßen zu müssen.

Es gibt noch einen weiteren Vorteil, etwas größere Pflanzen rund um das Gewächshaus anzupflanzen: Sie spenden Schatten. Uns ist in der vergangenen Saison klar geworden, wie wichtig Schatten im Sommer ist. In kleineren Gewächshäusern wie unserem, kann es extrem heiß werden, vor allem weil unser Gewächshaus nach Süden ausgerichtet ist und den ganzen Tag in der Sonne steht. Selbst für Pflanzen, die die Sonne und Wärme normalerweise lieben, kann das zu viel des Guten sein. Daher waren wir gezwungen, den ganzen Sommer über Schattenrollos zu verwenden. Die helfen erheblich bei den warmen Sonnenstrahlen, aber es hätte natürlich schöner ausgesehen, wenn die Sonnenstrahlen stattdessen diffus durch eine kleine Baumkrone geglitzert hätten.

In Verbindung mit der Wärme ist es ebenso wichtig von guter Belüftung zu sprechen. Wie gesagt, wir waren überrascht, wie heiß es an manchen Tagen in unserem Gewächshaus werden konnte. Temperaturen von über 50 Grad an einem Hochsommertag sind keine Seltenheit und das ist auch für die Pflanzen nicht gesund. Die Pflanzen können Hitzeschäden erleiden, die Blüten verwelken, bevor sie genossen werden können, und die Wasserrechnung schießt in die Höhe. Daher lautet mein Rat: Luft, Luft und noch mehr Luft. Alle Fenster und Türen des Gewächshauses sollten während der Sommermonate rund um die Uhr geöffnet sein.

Das Lüften geschieht am besten, wenn ein kleines Lüftchen weht. Und obwohl wir hier in Tversted eigentlich viel Wind haben, gab es auch viele Sommertage, an denen kein einziges Lüftchen ging. Was macht man also an solchen Tagen? Ich habe einst den Rat bekommen, dass man die Temperaturen erheblich senken kann, indem man den Boden im Gewächshaus wässert. Es mag ein wenig seltsam klingen, aber es funktioniert! – Man gießt ganz einfach kaltes Wasser auf den Boden des Gewächshauses, das Wasser verdunstet und senkt die Temperaturen. Doch das senkt nicht nur die Temperaturen, die hohe Luftfeuchtigkeit schützt die Pflanzen auch vor den brennenden Sonnenstrahlen.

 

Artenvielfalt im Gewächshaus

Pflanzen, die aus dem einen oder anderen Grund gestresst sind, werden schnell von Schädlingen heimgesucht. Das haben auch wir erlebt, nämlich mit einer Invasion von Blattläusen und grünen Larven. Obwohl diese Schädlinge zu Hunderten, vielleicht sogar zu Tausenden auftraten, befielen sie nur 2 verschiedene Pflanzenarten und ließen den Rest in Ruhe.

Ein Trick gegen Schädlinge kann daher sein, ein breites Spektrum an unterschiedlichen Pflanzen anzubauen, um Monokulturen zu vermeiden. Teils um die Schädlinge zu verwirren und gleichzeitig auch um bessere Bedingungen für andere Tiere und Insekten zu schaffen.

Was nehmen wir aus der Gewächshaussaison 2021 mit?

  • Weniger ist mehr, zumindest wenn es um die Anzahl der Pflanzen im Gewächshaus selbst geht. Es lohnt sich die Bepflanzung rund um das Gewächshaus mit einzubeziehen, da diese ebenfalls zum Gefühl von Gemütlichkeit und Intimität beiträgt. Sollen doch mehr Pflanzen in das Gewächshaus, hat es in unserem Gewächshaus sehr gut funktioniert, die Pflanzen z.B. mit Hilfe von Regalen, Lampen oder Spalieren in die Höhe zu bringen.
  • Die Pflanzenauswahl sollte vielfältig ausfallen. Je größer die Pflanzenvielfalt, desto geringer das Risiko, dass die Pflanzen von Schädlingen betroffen werden.
  • Wir lieben Tomaten, aber vier große Pflanzen sind mehr als ausreichend für zwei Personen. Ansonsten kommen wir nicht hinterher die Tomaten die täglich reifen auch zu essen. Natürlich kann man die Tomaten auch einkochen oder an Freunde und Familie verschenken.
  • Um das Gewächshaus richtig nutzen zu können darf es an Sonne und Wärme nicht fehlen. Gleichzeitig geht es im Sommer vor allem um Schatten und Luft. Wir haben keine großen Bäume im Garten, daher sind Schattenrollos für uns ein Muss.

Om Udkansk v/ Nanna & Frederik

Nanna und Frederik sind ein Paar aus Dänemark, die auf ihrem Instagram-Profil „Udkansk“ über ihr Leben auf dem Land, Pflanzen, die Natur und den Garten bloggen. Darüber hinaus sind sie Botschafter des Gewächshaus-Clubs und teilen ihre Erlebnisse und Erfahrungen rund um den Garten und ihre Juliana „Grand Oase”

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